Dürre führt zu früher Schweizer Maisernte
Die Dürre belastet die Schweizer Landwirtschaft. Bauern ernten Mais früher, während Futter und Wasser vielerorts knapp werden.

Die anhaltende Trockenheit in der Schweiz setzt der Landwirtschaft stark zu. Wegen Hitze und fehlendem Niederschlag haben erste Bauern die Maisernte vorgezogen.
Wie die «Top Agrar» berichtet, haben viele Bauern bereits mit der Maisernte begonnen. Die Maispflanzen reifen wegen der schwierigen Wetterbedingungen teilweise früher aus.
Seit Wochen fällt in vielen Regionen der Schweiz kaum Regen. Laut der Fachzeitung «Schweizer Bauer» fehlt im Juli landesweit rund die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge.
Futterreserven werden knapp
Besonders betroffen sind Regionen wie Basel und das westliche Mittelland. Dort beträgt das Niederschlagsdefizit teilweise zwischen 75 und 90 Prozent.
Die Trockenheit trifft vor allem Tierhalter, da das Graswachstum vielerorts deutlich zurückgegangen ist. Bauern greifen deshalb bereits auf Wintervorräte zurück.
Nationalrat und Bauer Ernst Wandfluh (SVP/BE) warnt vor einer angespannten Situation, wie die Fachzeitung «Schweizer Bauer» berichtet. Er fordert den Bundesrat auf, eine ausserordentliche Lage wegen der Trockenheit zu prüfen.
Maispreise steigen wegen Trockenheit
Wandfluh sieht besonders die Versorgung mit Wasser und Futter gefährdet. Zudem berichtet er von zusätzlichen Belastungen für Milchproduzenten durch sinkende Milchleistungen.
Auch das «SRF» schreibt über die schwierige Lage der Bauern. Demnach könnten einzelne Tierhalter wegen fehlendem Futter gezwungen sein, Tierbestände zu reduzieren.
Die Dürre wirkt sich inzwischen auch auf die Preise für Futtermittel aus. Die Nachfrage nach Mais steigt, weil viele Betriebe zusätzliche Mengen benötigen.
Dürre erhöht Nachfrage nach Schweizer Mais
Die Richtpreise für Silomais, CCM und Feuchtkörnermais steigen gegenüber dem Vorjahr. Die Anpassungen fallen je nach Produkt unterschiedlich aus.
Die Beratungsstelle Agridea begründet die höheren Preise mit der angespannten Futtersituation. Gleichzeitig ruft sie dazu auf, die Lage nicht für übermässige Preissteigerungen auszunutzen.

Bereits Mitte Juli erntete ein Bauer aus dem Kanton Aargau eine Hektare Silomais vorzeitig. Der Bestand wurde wegen der Trockenheit als Notmassnahme verarbeitet.
Forderungen nach politischen Massnahmen
Die Auswirkungen der Dürre führen auch zu Forderungen nach Anpassungen in der Landwirtschaft. Im Fokus stehen unter anderem Wassermanagement und trockenheitstolerante Sorten.
Politiker verschiedener Parteien fordern Massnahmen zur Anpassung an Wetterextreme. Dazu gehören eine bessere Nutzung von Niederschlagswasser und flexiblere Vorgaben.
Nationalrat Martin Hübscher (SVP/ZH) fordert laut dem «SRF» eine bessere Vorbereitung der Landwirtschaft auf neue Wetterbedingungen. Auch widerstandsfähigere Kulturen könnten dabei eine Rolle spielen.








