«Dimi Swisspass-Team»: Betrüger sprechen jetzt Asi-Schweizerdeutsch

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    Zürich,

    Jetzt wird sogar auf Schweizerdeutsch betrogen. Fiese Cyberkriminelle locken mit gefälschten Swisspass-Mails in die Phishing-Falle.

    Swisspass
    Dieses Mail auf Schweizerdeutsch macht gerade die Runde. - Screenshot https://www.reddit.com/r/BUENZLI; User: AppropiateDiamond74

    Das Wichtigste in Kürze

    • Betrüger verschicken gefälschte Swisspass-Mails auf Schweizerdeutsch.
    • Swisspass warnt vor solchen Phishing-Versuchen.
    • Wer eine verdächtige Nachricht erhält, sollte keine Links anklicken oder Daten preisgeben.

    Spam-Mails werden immer dreister – und offenbar auch immer schweizerischer. Der Reddit-Bünzli «AppropiateDiamond74» staunt nicht schlecht, als plötzlich eine Nachricht mit dem Absender «Swisspass» in seinem Postfach landet.

    Besonders dreist: Das Mail ist auf Schweizerdeutsch verfasst.

    Hast du schon einmal eine Spamnachricht auf Schweizerdeutsch erhalten?

    «Mir händ festgestellt, dass dini bi Swisspass hinterlegte Kreditkarte ab gloffe isch», heisst es darin. Damit Swisspass weiterhin problemlos funktioniere, müsse er seine Zahlungsdaten innert «48 Schtunde» aktualisieren.

    Ganz ausgereift ist das Schweizerdeutsch allerdings noch nicht, sondern hat einen deutlichen Asi-Einschlag. Die Nachricht endet mit «Freundliche Grüss, dimi Swisspass-Team».

    Alliance Swisspass ist fiese Masche bekannt

    Hinter der vermeintlichen Nachricht der ÖV-Branchenorganisation Alliance Swisspass stecken natürlich keine freundlichen Kundenberater mit Sprachfehler, sondern dreiste Betrüger.

    Ihr Ziel: Empfänger in die Falle locken, persönliche Daten abgreifen oder ihnen im schlimmsten Fall sogar Geld abknöpfen.

    In der Fachsprache nennt man diese Masche Phishing.

    Swisspass-Sprecherin Sarah Trummer bestätigt auf Anfrage von Nau.ch: «Phishing-Nachrichten im Namen von Swisspass oder der ÖV-Branche sind uns seit Längerem bekannt.»

    Die Betrugsversuche tauchten regelmässig in unterschiedlichen Formen auf. «Die aktuell kursierende Nachricht reiht sich in die Betrugsmaschen ein.»

    Denn die Cyberkriminellen schlafen nicht. «Cyberkriminelle passen ihre Methoden laufend an und gestalten sie immer professioneller, um möglichst glaubwürdig zu wirken», weiss Trummer.

    Dabei werde nicht nur an den Formulierungen und am Layout gefeilt, sondern auch an der Sprache.

    Rechtschreibfehler Indiz für Betrugsnachricht

    Alliance Swisspass kommuniziert zwar nicht auf Schweizerdeutsch. Wer eine gefälschte Nachricht entlarven will, sollte allerdings nicht auf die Sprache achten.

    «Ob eine Nachricht auf Hochdeutsch, Französisch, Italienisch oder eben Schweizerdeutsch verfasst ist, sagt nichts über ihre Echtheit aus.»

    Entscheidend seien andere Elemente wie der Absender, die enthaltenen Links und allfällige Aufforderungen zur Eingabe persönlicher Daten.

    Weitere Warnsignale seien allgemeine Anreden statt einer persönlichen Ansprache, Rechtschreib- und Grammatikfehler sowie besonders dringliche Handlungsaufforderungen oder gar Drohungen.

    Wer unter Zeitdruck gesetzt wird, sollte deshalb besonders misstrauisch werden.

    Das rät die Alliance Swisspass bei Phising-Nachrichten

    ·         Die Absenderadresse genau prüfen.

    ·         Keine persönlichen Daten eingeben.

    ·         Verdächtige Nachrichten dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit melden (www.antiphishing.ch) 

    ·         Im Zweifelsfall die Echtheit der Nachricht über offizielle Kanäle prüfen lassen (z.B. via Kundendienst).

    Trummer betont: «Swisspass fordert Kundinnen und Kunden nie dazu auf, innert einer bestimmten Zeit sensible Daten via Telefon, E-Mail oder SMS preiszugeben.»

    Doch nicht nur Swisspass gerät ins Visier der Cyberkriminellen. Auch andere Organisationen werden für Phishing-Nachrichten auf Schweizerdeutsch missbraucht.

    Polizei ist Schweizerdeutsch-Masche bekannt

    Die Kantonspolizei Zürich, die das Projekt Cybercrimepolice betreut, betont auf Anfrage: «Diese Art von Betrugsversuchen sind bekannt und werden auch laufend angepasst.»

    Was also tun, wenn eine verdächtige Nachricht im Postfach landet?

    Wie immer heisst es: genau hinschauen und kritisch bleiben. Wer Zweifel hat, sollte sich direkt über einen offiziellen Kontaktkanal an den vermeintlichen Absender wenden.

    Sonst gilt: Finger weg von Links, keine Daten preisgeben und die Nachricht einfach ignorieren und löschen.

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    Kommentare

    User #1763 (nicht angemeldet)

    Asyl-Schweizerdeutsch oder was? spricht man das in Nordkorea, wenn man dort als SP Linker Asyl beantragt? Versteht das Kim?

    User #4655 (nicht angemeldet)

    Die lernen Schweizerdeutsch auf der Strasse und in der Schule lernen sie das Schreiben. Sehr praktisch. Grin$, grin$. Hehehe. LOL.

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