Toggenburg

Dieser Lichtensteiger kletterte auf über 7000 Meter!

Shannon Senn
Shannon Senn

Toggenburg,

Dimitri Zejna aus Lichtensteig SG hat den Pik Lenin in Kirgistan bestiegen. Das Abenteuer dauerte mehrere Wochen.

Erreichte Ende Juli den Gipfel des Pik Lenin: Dimitri Zejna aus Lichtensteig.
Erreichte Ende Juli den Gipfel des Pik Lenin: Dimitri Zejna aus Lichtensteig. - zVg

Das Gefühl, auf dem Gipfel des 7134 Meter hohen Pik Lenin zu stehen, beschreibt Dimitri Zejna mit einem einzigen Wort: «Freiheit.» Der Lichtensteiger habe in diesem Moment gespürt, dass sich die Anstrengungen der vergangenen Wochen gelohnt hätten. Bergsteigen und Meditation seien für ihn dabei beinahe eins geworden.

«Ich war die ganze Zeit bei mir selbst, und es fühlte sich einfach richtig an», sagt er. Gestartet hat die Expedition aber bereits gut drei Wochen davor. Am 2. Juli flog Zejna von Zürich nach Kirgistan und reiste von dort mit seiner Bergsteigergruppe ins Basecamp.

Auf einer Höhe von 3600 Metern ging es erst einmal ums Akklimatisieren. Dazu unternahm die Gruppe Wanderungen auf rund 4000 Meter, bevor sie ins erste von insgesamt drei Hochlagern aufstieg.

Erreichte Ende Juli den Gipfel des Pik Lenin: Dimitri Zejna aus Lichtensteig.
Das Gefühl, auf dem Gipfel des Pik Lenin zu stehen, beschreibt Dimitri Zejna mit einem Wort: «Freiheit.» - zVg

Camp 1 lag auf 4400 Metern, wo die Gruppe 15 Nächte verbrachte. «Wir machten immer wieder Touren auf etwa 5000 Meter, um uns weiter an die Höhe zu gewöhnen», erzählt Zejna.

Einmal übernachteten sie auch auf dem 5130 Meter hohen Pic Yukhin, ehe es zurück ins erste Lager ging. Anschliessend folgten schrittweise die Aufstiege ins Camp 2 auf 5600 Metern und ins Camp 3 auf 6100 Metern.

Die langsame Höhenanpassung sei entscheidend gewesen, sagt Zejna: «Die einzelnen Etappen halfen uns, uns allmählich an die Höhe zu gewöhnen. Dazwischen blieb immer wieder Zeit zur Regeneration.»

Der Weg zum Gipfel

Deshalb dauerte es auch bis am 20. Juli, bis die Gruppe den Gipfel des Pik Lenin in Angriff nahm. «Wir starteten um Mitternacht, und das Wetter war nicht auf unserer Seite», erinnert sich Zejna. Mehrere Stunden lang herrschten Sturm und Schneefall.

Könntest du dir vorstellen, an einer Bergtour teilzunehmen?

Später wurde es zum Glück klarer, blieb aber kalt. Zusätzlich verlangte das Überqueren von Gletscherspalten höchste Konzentration. Ans Aufgeben habe Zejna aber keine Sekunde gedacht: «Ich war immer klar im Kopf und fokussiert. Und da ich keine körperlichen Beschwerden hatte, kam es mir überhaupt nicht in den Sinn, abzubrechen.»

Über 3000 Höhenmeter absolvierte Dimitri Zejna insgesamt.
Über 3000 Höhenmeter absolvierte Dimitri Zejna insgesamt. - zVg

Nicht allen Teilnehmenden ging es so. Als die Gruppe um 8 Uhr morgens ihr Ziel erreichte, waren es von den acht Gestarteten nur noch drei: Zejna selbst, der Bergführer und eine weitere Person. Die anderen mussten abbrechen, da sie mit Kopfschmerzen und Übelkeit zu kämpfen hatten.

Umso stolzer ist Zejna, dass er es geschafft hat. Dafür hatte er sich lange vorbereitet. Bereits im Vorjahr trainierte er auf verschiedenen Viertausendern.

In diesem Jahr absolvierte er zahlreiche Touren im Glarnerland und im Toggenburg, unter anderem bestieg er alle sieben Churfirsten. Mit dem Pik Lenin ist sein Bergsteigertraum allerdings noch nicht beendet.

Für das kommende Jahr plant Zejna die Besteigung des 8163 Meter hohen Manaslu in Nepal. «Ich habe mir bereits einen Platz vorreserviert», erzählt er mit grosser Vorfreude.

Gute Erinnerungen bleiben

Vorerst überwiegen jedoch die zahlreichen Eindrücke und Erinnerungen an die Expedition in Kirgistan. «Wir waren eine tolle Gruppe und hatten einen starken Zusammenhalt», sagt Zejna.

Ein besonderes Dankeschön richtet er an Bergführer Mattias Hänzi. «Er hat die ganze Expedition hervorragend organisiert und wollte immer nur das Beste für uns.»

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «Toggenburger Zeitung» erschienen.

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