Diese Schweizer haben die USA geprägt

Keystone-SDA
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Bern,

In den letzten 250 Jahren sind Hunderttausende Schweizerinnen und Schweizer in die USA ausgewandert – darunter einige Bekanntheiten, die das noch junge Land bis heute prägen. Nicht alle davon hatten Erfolg im engeren Sinne, hinterliessen aber auf ihre Art Spuren. Eine Auswahl.

Louis Chevrolet
Eine Statue von Louis Chevrolet. - keystone

Johann August «John» Sutter: Unternehmerisch taugte er nichts, doch als unfreiwilliger Katalysator des kalifornischen Goldrausches ging Johann August Sutter in die Geschichte ein. Um dem Konkurs seiner Handlung in Burgdorf zu entkommen, wanderte der im Baselbiet Heimatberechtigte 1834 in die USA aus. 1839 gründete er im damals noch mexikanischen Kalifornien die Privatkolonie «Nueva Helvetia» mit dem Handelszentrum Fort Sutter, wo er die indigene Bevölkerung mittels Sklaverei und Gewalt ausbeutete. Auf diesem Gelände fand ein Arbeiter das Goldnugget, das den kalifornischen Goldrausch auslöste.

Sutter selber zog sich daraufhin zurück und überliess die restlichen Geschäfte seinem Sohn, der den Grundstein für die Gründung von Kaliforniens Hauptstadt Sacramento legte. Er starb 1880 verarmt in einem Hotel. Trotz seiner Rolle als Sklaventreiber wurde «General Sutter» noch lange als Vorzeigepionier glorifiziert. Seine Denkmal-Statue in Sacramento wurde 2020 auf Druck der indigenen Bevölkerung vom Sockel genommen.

Andreas Dietsch: Am 2. Juni 1844 brach Andreas Dietsch, geboren im französischen Mülhausen, mit 43 Personen und einer Vision vom Aargau nach Missouri auf. Der Aarauer Bürstenbinder und Frühsozialist wollte dort seine sozialpolitische Utopie verwirklichen und eine solidarische, gerechte Kolonie gründen. «New Helvetia» hätte der neue Bundesstaat heissen sollen, dessen Hauptort «New Aarau».

Todesfälle, schlechtes Wetter und mangelnde Ressourcen machten dem Projekt allerdings einen Strich durch die Rechnung. Schliesslich scheiterte es «aus Unerfahrenheit, Untüchtigkeit und Eigensinn der Mitglieder», wie es im Historischen Lexikon heisst. Und nicht zuletzt an Dietschs frühem Tod: Er starb vermutlich 1845 im Alter von 37 Jahren – und mit ihm «New Aarau». Eine Gedenktafel an der Pelzgasse 26 in der Aarauer Altstadt, wo Dietsch gelebt hatte, erinnert bis heute an seinen Traum.

Louis Chevrolet: Der gebürtige Neuenburger Louis Chevrolet ging als Rennfahrer, Konstrukteur und Mitbegründer einer ikonischen Automarke in die amerikanische Geschichte ein. 1878 geboren in La Chaux-de-Fonds, wanderte er über Frankreich und Kanada in die Staaten aus, wo er zunächst als Rennfahrer berühmt wurde. Damit zog er die Aufmerksamkeit von General-Motors-Gründer William Durant auf sich, gemeinsam gründeten sie 1911 die Chevrolet Motor Car Company. Nach Differenzen mit seinem Kollegen verkaufte Chevrolet seine wenigen Firmenanteile zwei Jahre später aber wieder, woraufhin die Firma mit General Motors zusammengelegt wurde.

Chevrolet fuhr weitere Rennen, ehe sein jüngerer Bruder Gaston 1920 auf einer Rennstrecke in Los Angeles tödlich verunglückte. Seine weiteren Versuche als Geschäftsmann blieben erfolglos, seine Karriere beendete er deshalb als Mechaniker. Er starb nach mehreren Schlaganfällen 1941 in Detroit. Zu dem Zeitpunkt waren bereits Millionen Autos mit seinem Namen auf den Strassen unterwegs. Daneben erinnern Denkmäler in La Chaux-de-Fonds sowie Indianapolis und ein Platz im jurassischen Bonfol an den «Chevy»-Namensgeber.

Robert Frank: Robert Frank, 1924 in Zürich geboren und 1947 nach New York ausgewandert, galt als einer der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Unterstützt durch ein Guggenheim-Stipendium reiste er Mitte der 1950-er-Jahre durch 30 US-Bundesstaaten. Das Ergebnis war der Fotobuch-Klassiker «The Americans». Krasse Gegensätze dominieren die Bildfolge – hier das glorreiche Amerika und gleich daneben die Schatten: Armut und Depression. Obwohl anfänglich als «unamerikanisch» kritisiert, revolutionierte Franks subjektiver Stil die Street-Photography und beeinflusste Generationen von US-Kunstschaffenden. Er starb 2019 im Alter von 94 Jahren.

Thomas Hansueli Zurbuchen: Der 1968 im bernischen Heiligenschwendi geborene Thomas Zurbuchen hat die Weltraumwissenschaft entscheidend mitgeprägt. Nach seiner Promotion an der Universität Bern zog der Astrophysiker «Dr. Z», wie er in der Raumfahrt-Community genannt wird, weiter in die USA. An der University of Michigan forschte er als Professor für Weltraumwissenschaften und gründete dort das «Center for Entrepreneurship», eines der führenden Innovationsprogramme an US-Universitäten. 2016 wurde Zurbuchen Wissenschaftsdirektor der US-Raumfahrtbehörde Nasa und leitete in dieser Rolle rund hundert Missionen, darunter das James-Webb-Teleskop. Nach seinem Rücktritt wurde an der ETH Zürich auf seine Initiative im Jahr 2024 der Master-Studiengang in «Space Systems» gestartet. Heute leitet die Weltraumprogramme an der ETH.

Kommentare

User #2143 (nicht angemeldet)

Gut so User #8510 Amerika kann keine Versager gebrauchen.

User #8510 (nicht angemeldet)

Amerika war mal toll, vor 20 Jahren wär ich auch gerne ausgewandert. Aber ich bin froh, dass sich dieser Plan nie manifestiert hat. Heute gehe ich da nichtmal mehr als Tourist hin, das ist ein Drittweltland mit teurer Fassade.

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