Die Hälfte der Schweizer putzt am Morgen nicht die Zähne
Eine neue Studie von Oral-B zeigt: Besonders Junge und Westschweizer putzen weniger gut. Und nur die Hälfte der Schweizer putzt sich auch am Morgen die Zähne.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine neue Studie zeigt: Junge Erwachsene unterschreiten die empfohlene Putzdauer besonders häufig.
- Romands pflegen ihre Zähne weniger gründlich als Deutschschweizer.
- Nur knapp die Hälfte putzt sich direkt nach dem Aufstehen die Zähne.
Eine neue Studie von Oral-B zeigt: wie es um die Zahnhygiene der Schweizer Bevölkerung steht.
Das Ergebnis: Gewohnheit schlägt Technik, und junge Menschen und Westschweizer putzen nachlässiger. Befragt wurden 1000 Personen in der Deutsch- und Westschweiz zwischen 16 und 74 Jahren.
Jede zweite Person in der Schweiz verwendet noch immer eine Handzahnbürste. Ausschlaggebend ist laut der Studie dabei meist nicht der Preis, sondern die Gewohnheit. Nur die Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen gibt den Anschaffungspreis als Haupthindernis für den Kauf einer elektrischen Zahnbürste an.
Besonders auffällig ist das Putzverhalten dieser jüngsten Altersgruppe. Mehr als ein Drittel der Befragten bleibt bei fast jeder Reinigung unter den empfohlenen zwei Minuten. Bei den 60- bis 74-Jährigen sind es lediglich 16 Prozent.
Junge und Romands putzen weniger
Neben dem Altersunterschied zeigt die Studie auch einen regionalen Graben. In der Westschweiz, also im französischsprachigen Teil der Schweiz, putzen 36 Prozent der Befragten bei fast jeder Reinigung zu kurz. In der Deutschschweiz sind es nur 21 Prozent.
Zudem achten Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer häufiger auf eine gründliche Routine.
Grund dafür könnten Unterschiede in der Wahrnehmung von Zahnlücken und ungepflegten Zähnen sein: In der Deutschschweiz wird laut der Studie in dieser Hinsicht strenger geurteilt als in der Westschweiz.
Nebst der Gründlichkeit variiert auch der Zeitpunkt des Zähneputzens stark. Sieben von zehn Befragten putzen abends vor dem Schlafengehen. Nur knapp die Hälfte tut es direkt nach dem Aufstehen oder nach den Hauptmahlzeiten.
Auch vor einem Zahnarztbesuch greift nur gut die Hälfte zur Zahnbürste. Und vor Verabredungen sogar nur knapp ein Drittel. Frauen putzen dabei häufiger als Männer.
Widerspruch bei den Gen Z
Daniel Grotzer, Zahnarztexperte bei Oral-B, sieht in der mangelnden Zahnpflegeroutine der 16- bis 29-Jährigen einen Widerspruch: «Junge Menschen investieren verstärkt und bewusst in ihre Gesundheit. Doch die aktuelle Studie zeigt: 36 % der 16- bis 29-Jährigen haben keine etablierte Zahnpflegeroutine.»
Dabei betrifft laut Grotzer mangelhafte Zahnpflege weit mehr als nur schöne Zähne: «Schlechte Zahnpflege ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern ein systemisches Gesundheitsrisiko. Eine gute Mundhygiene kann Entzündungen reduzieren, das Herzinfarktrisiko senken, die Blutzuckerkontrolle verbessern und die Immunabwehr stärken.»
Somit seien die Ergebnisse der Studie laut dem Experten überraschend. Jedoch seien die Defizite leicht zu beheben.











