Die Business-Class ist ein echter Klima-Killer
Eine neue Untersuchung zeigt, dass Airlines ihre CO2-Emissionen um drei Viertel pro Passagier senken können. Grossen Einfluss hat die Luxus-Klasse.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Untersuchung zeigt: Ohne Premium-Sitze wäre Fliegen viel umweltfreundlicher.
- Bis zu 13 Mal mehr CO2-Emissionen verursachen die luxuriösesten Plätze.
Viele Airlines haben sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 Netto-Null bei den CO2-Emissionen zu erreichen. Nichtfossile Treibstoffe sollen ein wesentlicher Teil der Lösung sein.
Eine Studie, die in der Fachzeitschrift «Communications Earth & Environment» veröffentlicht wurde, zeigt jetzt: Die Emissionen könnten auch anders deutlich gesenkt werden. Und zwar um bis zu 76 Prozent pro Passagier.

Die Forscher nennen dafür drei Hebel: Erstens sollten ineffiziente Flugzeuge schneller durch sparsame ersetzt werden. Aktuell sind Flieger im Schnitt 25 Jahre im Einsatz. Zweitens müsse die Auslastung deutlich besser werden (aktuell 78 Prozent, das Ziel sollte 95 Prozent sein).
Der wohl grösste Effekt hätte aber, wenn die Luxus-Klasse gestrichen würde.
Premium-Klasse bis zu 13 Mal schlimmer fürs Klima
Die «International Air Transport Association» weist darauf hin, dass Business- und First-Class-Sitze bis zu fünfmal CO2-intensiver sind als Economy-Class-Sitze.
Stefan Gössling von der Linnaeus-Universität in Schweden geht beim «Guardian» gar noch weiter. In den geräumigsten Premium-Kabinen verursachen Passagiere demnach gar 13-mal so viele Emissionen wie in der Economy-Klasse.
Luxus-Klassen sind häufiger in Grossraum-Fliegern und auf Langstreckenflügen anzutreffen. Sowie in bestimmten Flug-Gesellschaften, heisst es in der Studie weiter. Zum Beispiel bei American Airlines, United Airlines, Delta Airlines, Emirates, Singapore Airlines – und Swiss.
Was die Forscher im Fachmagazin aber auch sagen: Die Luxus-Klassen zu streichen wäre für die Airlines wirtschaftlich natürlich nicht risikofrei. Die Premium-Kundschaft könnte wegfallen – im schlimmsten Fall würden diese auf noch schädlichere Privat-Jets umsteigen.















