Über 24'500 Asylgesuche sind vergangenes Jahr in der Schweiz eingereicht worden. Das entspricht einer Zunahme von 64 Prozent.
Asylgesuche
Erstmals mehr Asylgesuche als Schutzstatus S - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz wurden 2022 deutlich mehr Asylgesuche eingereicht als im Vorjahr.
  • Es waren knapp 9600 Anträge oder 64 Prozent mehr als 2021, gemäss dem SEM.
  • Unter anderem die lockereren Corona-Regeln hätten Reisen wieder einfacher gemacht.

24'511 Asylgesuche wurden im vergangenen Jahr in der Schweiz eingereicht. Das ist eine Zunahme um fast 9600 Gesuche oder 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das teilte das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Montag mit. Für 2023 erwartet es rund 27'000 neue Asylgesuche.

Es gibt verschiedene Gründe für den Anstieg von Asylgesuchen. Einer ist, dass mit der Aufhebung der meisten Corona-Ausnahmen das Reisen allgemein wieder einfacher geworden ist.

Die Pandemie habe zugleich viele Volkswirtschaften in den Herkunfts- und Transitländern der Flüchtlinge und Migranten geschwächt, schrieb das SEM. Dies und steigende Preise wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine hätten den Wanderungsdruck erhöht.

Afghanistan wichtigstes Herkunftsland

Als Beispiel nannte es die Türkei. Dieses habe den Druck auf die 3,5 Millionen Syrer sowie 200'000 bis 300'000 afghanischen Staatsangehörigen innerhalb seiner Grenzen erhöht, nach Hause zurückzukehren. Das habe die Migration in Richtung Europa ansteigen lassen.

Auch liberalere Visumsbestimmungen in einzelnen Ländern hätten Reisen nach Europa erleichtert, hielt das SEM fest. Das wichtigste Herkunftsland der neu eingetroffenen Asylsuchenden in der Schweiz war 2022 Afghanistan. Weitere wichtige Herkunftsländer waren die Türkei und Eritrea.

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