Das sind die skurrilsten Zoll-Funde an Schweizer Grenze

Antun Boskovic
Antun Boskovic

St. Margrethen,

Vor kurzem entdeckten Schweizer Zöllner gestohlenen Schmuck, der teils in einem Brot versteckt war. Nau.ch listet die skurrilsten Funde der letzten Jahre auf.

Schmuck im Brotlaib
Interessantes Versteck: Der Schmuck steckt im Brotlaib. - BAZG

Das Wichtigste in Kürze

  • Letzte Woche entdeckten Mitarbeitende des Zolls in Brot versteckten, gestohlenen Schmuck.
  • An der Schweizer Grenze werden immer wieder skurrile Waren beschlagnahmt.
  • Nebst Drogen sind auch lebende, exotische Tiere beliebte Schmuggelware .

Dieser Fund machte Anfang Woche Schlagzeilen: Am 19. November haben Schweizer Zöllner beim Grenzübergang St. Margrethen SG ein ausreisendes Fahrzeug mit französischem Kontrollschild angehalten.

Und staunten: Die Einsatzkräfte fanden im Motorraum und im Innenraum des Fahrzeugs verschiedene Schmuckstücke, Uhren sowie ein Goldvreneli. Das Kuriose: Ein Teil des Schmucks war in einem Brotlaib versteckt.

«Unkonventioneller Ort für Brottransport»

«Die Mitarbeitenden des BAZG sind im Motorraum des Autos auf das Brot gestossen.» Das erklärt Simon Erny, Mediensprecher des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) auf Anfrage von Nau.ch.

Weil der Motorraum «ein unkonventioneller Ort für einen Brottransport ist, schöpften sie Verdacht und nahmen das Brot genauer unter die Lupe.» Der im Brot versteckte Schmuck gehöre zweifellos zu den «skurrilsten Funden».

Hast du schon mal etwas Illegales über die Grenze geschmuggelt?

Ein Einzelfall? «Ob dies früher schon mal vorgekommen ist, lässt sich nicht eruieren, ist aber durchaus möglich», sagt Erny. Jedenfalls seien «ausgefallene Ideen und Schmuggelmethoden» kein neues Phänomen.

1948 wurde Unterseebot benutzt

Erny nennt ein Beispiel aus früheren Zeiten: «So stiessen italienische Grenzwächter beispielsweise im November 1948 am Ufer des Lago di Lugano auf ein Unterseeboot.» Dieses sei drei Meter lang gewesen und habe bis zu 450 Kilogramm Ware transportieren können.

«Der Antrieb erfolgte über Fusspedale, die mit der Bootsschraube verbunden waren.» Klar ist laut Erny: «Selbstverständlich fliessen die Erkenntnisse aus der Praxis stets in die Ausbildung der Fachspezialist/-innen Zoll und Grenzsicherheit ein.»

Nau.ch hat deshalb nachgeschaut, was die skurrilsten Zoll-Funde der letzten Jahre waren. Allein seit 2018 kommen so einige kuriose Schmuggel-Waren und -Methoden zusammen.

Krokodilkopf, ausgestopfter Gepard oder tote Fledermäuse

So wurde letzten Dezember am Flughafen Zürich ein Krokodilkopf in einem Koffer entdeckt. Diesen hatte ein Schweizer bei seiner Rückreise aus Thailand dabei.

Einen ungewöhnlichen Fund machten die Zöllner am Grenzübergang St. Margrethen auch im Oktober 2022: Dort wollte ein Deutscher mit seinem Privatfahrzeug von Österreich einen ausgestopften Geparden in die Schweiz einführen. Ihm fehlte aber eine entsprechende Bewilligung.

Doch der Krokodilkopf und der Gepard sind keine Ausnahmen in Bezug zu toten Tieren: Ausgerechnet im Dezember des Corona-Jahres 2020 versuchte ein Angolaner am Flughafen Genf, unter anderem tote Fledermäuse am Zoll vorbeizuschmuggeln.

Nebst den vier getrockneten Fledermäusen hatte er auch 1,8 Kilogramm tote Raupen dabei. Das alles hatte er in einem Flug von Äthiopien in die Schweiz dabei.

Die Einfuhr von sogenanntem «Bushmeat» (Fleisch von exotischen Tieren) wird immer wieder versucht. So auch 2019, als eine in der Schweiz wohnhafte Kamerunerin aus ihrer Heimat Fleisch des Weissbauchschuppentiers und Fleisch einer Gabunviper mitnahm.

Lebendige Schlangen, Rochen und Aale

Sogar lebendige Tiere werden oft mitgeführt. Meistens handelt es sich dabei um exotische Tiere. So wurden seit 2018 allein an der Tessiner Grenze zwei Boas und eine Python-Schlange beschlagnahmt.

Am Euro-Airport Basel wurden im August 2020 im Gepäck einer aus Marokko einreisenden Frau zwei maurische Landschildkröten gefunden. Diese gelten dort als vom Aussterben bedroht.

Im selben Jahr versuchten zwei Schweizer, zwei junge Süsswasserstechrochen aus dem Amazonas via Oberriet SG in die Schweiz zu schmuggeln. Diese hatten sie in zwei mit Wasser befüllten Behältern in ihrem Fahrzeug unter einer Decke versteckt.

Ein Jahr später kontrollierten Zöllner an einem Grenzübergang bei Chiasso TI das Auto eines Italieners mit Wohnsitz in der Schweiz. Dabei stiessen sie im Kofferraum auf 16 zum Grossteil noch lebende Aale. Der Mann gab an, diese seien für den privaten Verzehr vorgesehen.

Ebenfalls in Chiasso fanden die BAZG-Mitarbeitenden vor zwei Jahren im Kofferraum eines SUVs einen geschützten Papagei. Ein ähnlicher Verstoss gegen das Artenschutzabkommen CITES wurde im Dezember 2019 am Grenzübergang Tägerwilen TG festgestellt.

Denn ein Paar hatte unter anderem lebende Korallen und Garnelen im Gepäck. Es gab an, die Waren an einer Messe für Aquaristik in Stuttgart (D) gekauft zu haben.

Lieferwagen mit Eseln innert 20 Minuten zweimal angehalten

Dass es nicht immer exotische Tiere sein müssen, zeigt ein Fall aus dem Jahr 2021. Ein Mann versuchte innerhalb von 20 Minuten zweimal, mit einem Lieferwagen mit sechs Eseln bei Rheinfelden AG in die Schweiz zu gelangen. Da ihm die nötigen Formalitäten fehlten, wurde er nach Deutschland zurückgewiesen.

Einen ungewöhnlichen Schmuggelfall deckten Mitarbeitende des BAZG im Juni 2019 in St. Margrethen auf. Ein Deutscher versuchte, zwölf Bienenvölker unangemeldet in die Schweiz einzuführen.

Der Mann entzog sich der Zollkontrolle durch Flucht und konnte erst nach einer Verfolgungsjagd angehalten werden. Die Bienenvölker mussten leider vernichtet werden.

Dass es Schmuggler auch bei der Ausreise erwischen kann, zeigt ein Fall von diesem März. Am Genfer Flughafen wurde nämlich ein 2,8 Kilogramm schwerer Elefanten-Stosszahn im Koffer eines 68-jährigen US-Amerikaners entdeckt.

Drogen im Teddybären, im Velokorb oder eingenäht im Rucksack

Nebst Tieren und Tierprodukten laufen den Schweizer Zollbeamten auch immer wieder Drogen- und Zigarettenschmuggler in die Hände. Dabei stechen vor allem die Schmuggelmethoden in die Augen.

So machte zum Beispiel am Flughafen Zürich im Oktober 2022 Diensthund Gino beim Transit-Paketverkehr auf einen Teddybären aufmerksam. In dessen Innern kamen schliesslich über drei Kilogramm Haschisch zum Vorschein.

Ein Jahr zuvor versuchte ein Spanier bei Basel, mit dem Velo aus Frankreich in die Schweiz zu fahren. Bei der Kontrolle seines Velokorbs kamen dann 250 Gramm Kokain zum Vorschein.

Etwas innovativer zeigte sich ein Reisender in einem Linienbus im Juni 2023. Er hatte einen Rucksack mit eingenähter Kokainplatte sowie zwei Schreibmappen dabei, die ebenfalls Koks enthielten. Insgesamt wurden von ihm 1,5 Kilo Kokain beschlagnahmt.

Zigaretten in Waffeleisen und Autobatterie versteckt

Mit einer anderen Methode versuchte es im April 2024 ein Zugreisender, der von Berlin nach Basel unterwegs war. Dieser hatte eine Deko-Figur in Form eines Buddha-Kopfes dabei, in der Beamte Betäubungsmittel fanden.

Bei einer Kontrolle am Flughafen Zürich Anfang dieses Jahres entdeckten die BAZG-Mitarbeitenden bei einem Mexikaner Haarsprays mit Manipulationsspuren an der Sprühkappe.

Bei der Kontrolle zeigte sich, dass in den Spraydosen Kokain versteckt war. Auch in einer Dose mit Haargel sowie einer Packung mit Feuchttüchern kam Kokain zum Vorschein.

Einem kuriosen Zigarettenschmuggel-Versuch kamen zudem Zöllner im Juni 2021 bei Lienz SG auf die Schliche. Bei der Kontrolle eines Kleinbusses fanden sie Zigaretten, die unter anderem in einem Waffeleisen und in einer Autobatterie versteckt waren.

Ein (ge)wichtiger Fund gelang ausserdem im September 2019 an der Zollstelle Aarau: Beamte stellten damals eine Sendung mit 800 Kilogramm K.-o.-Tropfen fest, die für eine Person in Liechtenstein bestimmt war.

Kommentare

User #4995 (nicht angemeldet)

Der Schmuggel ueber den Zoll in Rhf. ist sicherer, da stehen höchst selten Zöllner.

User #5407 (nicht angemeldet)

Die wissen alle, dass in der Schweiz alles erlaubt ist !

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