Wegen der Corona-Pandemie steckt die Hälfte aller Betriebe in finanziellen Schwierigkeiten. Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer warnt vor einem Kollaps.
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Der Präsident von Gastrosuisse, Casimir Platzer. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Umfrage von Gastrosuisse macht die Krise der Schweizer Gastronomie deutlich.
  • Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer warnt vor einem Kollaps.
  • Zwei von fünf Betrieben dürften das Winterhalbjahr nicht überstehen.

Die Gastronomie ist wegen der Corona-Pandemie in einer existenziellen Krise. Eine Umfrage von Gastrosuisse zeigt, dass die Hälfte der Betriebe in ernsten finanziellen Schwierigkeiten steckt. Viele dürften nicht überleben.

Zwei von fünf Betrieben dürften das Winterhalbjahr nicht überstehen und für immer schliessen. Damit wären 100'000 Arbeitsplätze in Gefahr. «Das Gastgewerbe steht kurz vor dem Kollaps», sagte Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer am Dienstag in Zürich.

Während der Sommermonate hätten viele Betriebe noch einigermassen gut verdient. Doch seit Beginn der zweiten Welle habe sich die Lage dramatisch verschlechtert. Er wolle nicht schwarzmalen, aber es brenne. «Viele Unternehmen haben überhaupt keine Perspektive mehr», so Casimir Platzer.

Auch Restaurants auf dem Land betroffen

Die Toggenburger SVP-Nationalrätin und Gastronomin Esther Friedli hat ebenfalls kaum mehr Gäste. «Was wir in den letzten zehn Tagen erleben, betrifft mich sehr», sagte sie. «Die meisten Menschen meiden den Restaurantbesuch. Die Umsätze sind eingebrochen.»

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Innenbereiche der Restaurants bleiben noch lange geschlossen (Symbolbild). - Keystone

Dies betreffe nicht nur die Betriebe in der Stadt sondern auch jene auf dem Land. Die Leute würden sich ja nach wie vor treffen, aber nun halt einfach zuhause statt im Restaurant.

Casimir Platzer befürchtet das Schlimmste

Der Bundesrat wird am Mittwoch voraussichtlich weitere Verschärfungen bekannt geben, die auch die Gastrobranche betreffen dürften. Platzer befürchtet das Schlimmste. «Ich hoffe, dass die Landesregierung unsere Branche nicht komplett an die Wand fährt.»

Casimir Platzer
Casimir Platzer, Präsident Gastrosuisse, Mitte, spricht neben Urs Pfaeffli, Präsident Gastro Zuerich-City, links, und Esther Friedli, Nationalrätin SVP und Gastwirtin, rechts, an einer Medienkonferenz über die Probleme in der Politik auf die Branche des Gastgewerbes. - Keystone

«Komplett an die Wand fahren» beinhaltet für ihn in erster Linie einen weiteren Lockdown oder einen Mini-Lockdown. Auch eine Sperrstunde, noch grössere Mindestabstände und tiefere Personenobergrenzen seien fatal für die Betriebe. Solche Verschärfungen würden eine Konkurswelle auslösen.

Gastronomie sei nicht der Pandemie-Treiber

Die Covid-Kredite sind in vielen Betrieben aufgebraucht. Die Branche fordert deshalb einen sofortigen Rettungsplan. Es brauche Härtefallmassnahmen sowie einen Ausbau der Kurzarbeit.

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Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer sagt, die Gastronomie sei nicht der Pandemie-Treiber. - Keystone

«Wir haben natürlich Verständnis für gewisse Massnahmen», sagte Platzer weiter. Die Gastronomie sei aber nicht der Pandemie-Treiber. Es sei erwiesen, dass die meisten Ansteckungen nicht im Restaurant passieren würden. Die Ansteckungsgefahr sei gering.

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