Calanca GR bleibt nach Unwetter weiterhin abgeschnitten
Die Strasse ins hintere Calancatal in Graubünden ist eine Woche nach einem schweren Unwetter weiterhin unterbrochen. Eine Notbrücke soll in drei bis vier Wochen Entlastung bringen, eine Teilöffnung ist frühestens nächste Woche möglich.

Noch immer sei das Gelände oberhalb der verschütteten Strasse instabil – weitere Felsmassen könnten abstürzten. Aus Sicherheitsgründen müssten die Räumungsarbeiten deshalb bei Niederschlägen immer wieder unterbrochen werden, teilte das Bündner Tiefbauamt am Donnerstag mit.
Nach heftigen Gewittern gingen am 20. August mehrere Schlammlawinen nieder. Einen Tag danach konnte das Tiefbauamt die Verbindung bis zur Abzweigung Buseno wieder öffnen. Der nördliche Talabschnitt blieb aber weiterhin abgeschnitten.
Sicherheitsnetze und Ersatzstrasse
Unterdessen installieren Einsatzkräfte Sicherheitsnetze oberhalb der Strasse, damit sie die Räumungsarbeiten fortsetzen können. Das Tiefbauamt rechnet damit, die Calancastrasse im Verlauf der nächsten Woche wieder eingeschränkt für den Verkehr öffnen zu können.
Die Wiederöffnung wird jedoch zunächst nur tagsüber und mit Einschränkungen möglich sein. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse sowie aus Sicherheitsgründen sei ein gleichzeitiger Baustellen- und Verkehrsbetrieb nicht möglich. Bei ungünstigen Wetterbedingungen müsste die Strasse erneut gesperrt werden.
Parallel dazu plant das Tiefbauamt die Errichtung einer einspurigen Notbrücke. Diese soll rund 120 Meter südlich der bestehenden Pont Nef auf die gegenüberliegende Talseite führen. Dort soll eine provisorische Strasse gebaut werden, die kurz nach der bestehenden Pont Nef wieder in die jetzige Kantonsstrasse einmündet. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich drei bis vier Wochen.
Belastung für die Bevölkerung
Die Lage im hinteren Calancatal beschäftigt die Bevölkerung, das lokale Gewerbe, den Tourismus und den Kanton gleichermassen. Oberstufenschülerinnen und Schüler wurden zum Teil mit dem Helikopter zur Schule nach Roveredo geflogen.
Zur Lagebesprechung trafen sich deshalb am Donnerstag Vertreter des Tiefbauamts, die Gemeindepräsidentin von Calanca, der Gemeindepräsident von Rossa, Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Buseno, die Gemeindeführungsstäbe sowie ein Vertreter des Gewerbes vor Ort.
Man sei sich einig gewesen, dass beide Varianten Zeit benötigen und sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen, so das Tiefbauamt weiter. Die Räumungsarbeiten würden nun konsequent weitergeführt und gleichzeitig der Bau der Notbrücke vorangetrieben.














