Stadt Zürich

Autos blockieren Zebrastreifen: Jetzt sollen Kameras her

Rowena Goebel
Rowena Goebel

Zürich,

Sie sind Fussgängern ein Dorn im Auge: Autofahrer, die auf dem Zebrastreifen anhalten – und ihnen so den Weg über die Strasse blockieren.

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Fussgänger ärgern sich: Immer wieder halten Autos direkt auf dem Zebrastreifen – wie hier in Köniz BE. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Autos blockieren gerade an Kreiseln und Ampeln häufig Zebrastreifen.
  • Jetzt fordern Fussgänger Kameras, Bussen und gezielte Polizeikontrollen.
  • Weitere Massnahmen: Zurückversetzte Fussgängerstreifen an Kreiseln und Haltelinien.

Während die Mini-Fahrerin wartet, bis sie in den Kreisel einbiegen kann, hält sie seelenruhig auf dem Fussgängerstreifen. Im Feierabendverkehr kann das auch mal eine Weile dauern. Wer zu Fuss unterwegs ist, muss warten.

Kein seltenes Bild: Fussgängerinnen und Fussgänger haben in der Schweiz oft mit blockierten Zebrastreifen zu kämpfen.

Pascal Regli vom Fussgängerverband Fussverkehr Schweiz klagt bei Nau.ch: «Dass Autos bei Stau, an Kreiseln, Lichtsignalanlagen oder Verkehrsknoten auf dem Fussgängerstreifen stehen bleiben statt davor, kommt häufig vor. Es wird von den Fahrzeuglenkenden als Kavaliersdelikt betrachtet.»

«Kommt leider viel zu häufig vor»

Dazu gibt es auch so einige Reklamationen auf der Fussgänger-Problemmeldeplattform «Walkable.ch».

Jemand klagt dort beispielsweise über die Situation an der Lagerstrasse in Zürich. Dort würde der «Zebrastreifen bei Rückstau immer wieder» durch Autos blockiert.

«Scheint irgendwie schwierig zu sein, davor anzuhalten, statt darauf …», ärgert sich die Person.

Auch in Yverdon-les-Bains VD nervt sich ein Fussgänger: Er hat sogar das Auto eines Security-Dienstes beim Blockieren des Zebrastreifens erwischt!

Dazu schreibt er: «Ein solches Verhalten kommt leider viel zu häufig vor.»

Zugestellte Fussgängerstreifen oft bei Ampeln ein Problem

«Das Zustellen von Fussgängerstreifen ist vor allem während der Rush-Hour und in Ballungsräumen zu beobachten», sagt Regli.

Am häufigsten komme es an Ampeln vor – insbesondere, wenn mehrere aufeinander folgen. Denn: Entleeren sich die Warteräume für die Autos nicht rechtzeitig, nähern sich bereits von hinten neue Fahrzeuge an.

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Am Bellevue in Zürich gibt es solche Situationen laut dem Fussgängerverband häufig. - keystone

Die bleiben dann eben auf dem Fussgängerstreifen stehen.

«Ein Klassiker solcher Situationen sind zum Beispiel das Bellevue in Zürich oder der Bürkliplatz», sagt Regli. An der Pendlerachse Wehntalerstrasse in Zürich-Affoltern gebe es gleich mehrere Situationen.

Blockierte Zebrastreifen machen Verkehr gefährlicher

Sind die Fussgängerstreifen blockiert, müssen Fussgänger zwischen stehenden Fahrzeugen hindurchgehen, Umwege machen oder warten.

Das hat Folgen für die Sicherheit.

Regli vom Fussgängerverband sind mehrere Studien aus anderen Ländern zum Thema bekannt. Sie zeigen: «Die gegenseitigen Sichtbeziehungen werden massiv verschlechtert. Aus der Unfallforschung wissen wir, dass gute Sichtverhältnisse zu den wichtigsten Sicherheitsanforderungen an Fussgängerstreifen gehören.»

Achtest du darauf, vor oder hinter dem Fussgängerstreifen anzuhalten?

Es entstehe ein erhöhtes Risiko für vulnerable Verkehrsteilnehmergruppen wie Kinder und ältere Menschen. Zudem komme es dadurch zu Konflikten mit Velos und Töffs. «Denn in Stausituationen versuchen Zweiräder oft, an der Kolonne vorbeizufahren.»

Besonders kritische Situationen an Kreiseln entstehen laut Regli, weil sich die Fahrzeuglenkenden auf die Lücken im Kreisel konzentrieren. Dadurch seien sie abgelenkt.

Fussgänger fordern Kameras und Bussen

Fussverkehr Schweiz fordert deshalb Massnahmen.

Einerseits brauche es Kameras und Bussen. «Die Erfahrungen zeigen, dass die Regelbefolgung deutlich steigt, wenn Verstösse konsequent geahndet werden», sagt Regli. In der Stadt Zürich werden diese bereits eingesetzt.

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Fussgänger fordern Kameras und Bussen, um Zebrastreifen-Blockierer aufzuhalten. - keystone

An Kreiseln, wo automatisierte Lösungen weniger geeignet seien, würde er gezielte Polizeikontrollen begrüssen.

«Blockierendes Fahrzeug kann Sicherheit gefährden»

Andererseits müsse die Verkehrsinfrastruktur angepasst werden. Etwa, indem der Fussgängerstreifen an Kreiseln am Kreiselrand zurückversetzt wird.

Regli erklärt, dass dadurch Fussgänger besser sichtbar werden: «Zudem entsteht für die Fahrzeuge beim Verlassen des Kreisels ein genügend grosser Warteraum. Damit wird der Verkehrsfluss im Kreisel weniger beeinträchtigt.»

Braucht es mehr Kameras, Bussen und Polizeikontrollen, um Zebrastreifen-Blockierer zu erziehen?

Auch zurückversetzte Haltelinien könnten helfen, sagt Pascal Regli: «Es handelt sich um eine einfache, kostengünstige Massnahme als zusätzliche Aufforderung rechtzeitig anzuhalten.»

Potenzial sieht der Fussgängerverband zudem bei der Sensibilisierung der Autofahrerinnen und -fahrer. International gebe es bereits solche Kampagnen mit Social-Media-Posts, Flyern und Plakaten.

Dabei werde das Grundproblem gezielt adressiert: «Ein einziges blockierendes Fahrzeug kann Hunderte andere Verkehrsteilnehmende beeinträchtigen und insbesondere die Sicherheit der Zufussgehenden gefährden.»

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Kommentare

User #4933 (nicht angemeldet)

Hoffentlich laufen genau diese Fussgänger auch explizit über einen Zebra Streifen und nicht achtlos über die Strasse wo es ihnen passt.

Luxy-1

Wie hoch ist die Strafe für Velofahrer, Die unrechtmässig über Fussgängerstreifen direkt vors Auto fahren und so den Verkehr behindern?

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