Bündner Knast-Metzgerei öffnet wieder
Nach dem Schweinefleisch-Skandal im Gefängnis Realta startet die Metzgerei neu – mit neuen Abläufen und dem Versprechen: So ein Fehler passiert nicht mehr.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Gefängnismetzgerei in Cazis GR öffnet neu nach dem Schweinefleisch-Skandal.
- Neue Abläufe und eine verbesserte Qualitätssicherung sollen Fehler verhindern.
- Muslimischen Häftlingen wurde undeklariertes Schweinefleisch aufgetischt.
Eineinhalb Jahre nach dem Schweinefleisch-Drama im Gefängnis Realta in Cazis GR wird die hauseigene Metzgerei Anfang März wieder eröffnet.
Damals fanden die Bündner Behörden in Rindfleischprodukten undeklariertes Schweinefleisch, wovon schliesslich auch muslimische Häftlinge assen.
«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und unsere Metzgerei mit einem neuen Mitarbeitenden und überarbeiteten Abläufen auf ein neues Fundament gestellt.» Das schrieb der Gefängnisdirektor Padruot Salzgeber am Dienstag in einer Mitteilung.
Mit einem neuen System zur Warenbewirtschaftung würden nun bei der Qualitätssicherung und der Rückverfolgbarkeit neue Massstäbe gesetzt.
Die Gefängnismetzgerei wurde nach dem Vorfall vor eineinhalb Jahren geschlossen, Der Metzger wurde freigestellt. Damals wiesen die Behörden in einem «Rindsplätzli» 67 Prozent Schweinefleisch nach.
Muslime essen Schweinefleisch
Davon assen auch die rund 100 muslimischen Häftlinge im Gefängnis.
Ob die Falschdeklaration fahrlässig war oder auf einen diskriminierenden Hintergrund zurückzuführen sei, untersuchte folglich die Staatsanwaltschaft. Das erklärte damals der zuständige Regierungsrat Peter Peyer (SP).
Zum Stand der Untersuchung sagten die Behörden am Dienstag zunächst nichts.
Sie seien nun bereit für einen Neustart, so Salzgeber weiter. Bald werde im Hofladen also wieder Fleisch aus dem eigenen Betrieb erhältlich sein. Auch die Verpflegung der Insassen und Mitarbeitenden könne dann wieder mit eigenem Fleisch gewährleistet werden.










