Eine Wandergruppe hatte am letzten Freitag eine Begegnung mit einem Wolfsrudel. Vier Jungtiere nahmen die Verfolgung auf und liessen sich nur schwer vertreiben.
Beverin-Rudel
Zwei Jungtiere des Beverin-Rudels wurden erlegt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Kanton Graubünden trafen Wanderer auf ein Wolfsrudel.
  • Dieses näherte sich der Gruppe für kurze Zeit bis auf etwa zehn Meter.
  • Auch Jungtiere interessierten sich für die Menschen.

Mehrere Wölfe haben sich letzten Freitag oberhalb von Sufers GR einer Gruppe Wanderer stärker genähert, als dieser lieb war. Mehrere Wölfe folgten den Touristen und liessen sich nur schwer vertreiben. Der Vorfall ereignete sich auf der etwa 2300 Meter über Meer gelegenen Steileralp im Hinterrheintal. Dies teilte das kantonale Amt für Jagd und Fischerei am Dienstag mit.

Jungtiere verfolgten Wanderer, bis Eltern kamen

Zuerst begegnete die Wandergesellschaft zwei erwachsenen Wölfen. Dabei näherten sich die Tiere den Menschen für kurze Zeit bis auf etwa zehn Meter.

Wenig später trafen die Wanderer auf vier weitere Wölfe. Dabei dürfte es sich laut der Wildhut um Welpen gehandelt haben. Die Jungtiere folgten der Wandergruppe längere Zeit.

mauren
Die Ausbreitung des Wolfs in der Schweiz soll kontrolliert werden. (Archivbild) - Keystone

Sie wandten sich erst nach wiederholten Versuchen, sie zu vertreiben, von den Wanderern ab. Dann gesellten sich zu den adulten Wölfen. Die Tiere blieben allerdings noch während längerer Zeit im Blickfeld der Touristen. Bei den Wölfen handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um das Beverinrudel.

Wölfe, die in freier Wildbahn aufwachsen und dort leben, seien nicht grundsätzlich gefährlich. Meist würden sie den Kontakt zu Menschen meiden, schrieb das Amt für Jagd und Fischerei in der Mitteilung. Gefährlich könne es werden, wenn sich Wölfe an den Menschen gewöhnten. Und dann seine Anwesenheit gar mit Futter in Verbindung bringen würden.

Bei Wolfbegegnung langsam zurückziehen

Bei einer Begegnung mit dem Grossraubtier empfiehlt die Bündner Wildhut ruhig stehen zu bleiben. Der Wolf sollte mit bestimmter Stimme angesprochen werden. Danach soll man sich langsam zurückziehen. Auf keinen Fall soll man sich dem Tier nähern oder es gar verfolgen - auch nicht für Fotos.

«Werden die Verhaltensregeln eingehalten, besteht für Wanderer, Mountainbiker oder Tourenskifahrer keine Gefahr», schreibt die Wildhut im Merkblatt «Unterwegs im Wolfsgebiet». Auch für Kinder, die im Wald spielen, bestehe dann kaum eine Gefahr.

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