Im Vergleich zum Privatsektor zahlt der Bund ein Drittel mehr Lohn. Das liegt unter anderem am Bildungsabschluss. Doch die Lohnschere sorgt für Kritik.
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Das Bundeshaus in Bern. Die Bundesverwaltung zahlt ihren Mitarbeitenden rund ein Drittel mehr Lohn im Vergleich zu Privatunternehmen. (Symbolbild) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Mitarbeiter des Bundes erhalten ein Drittel mehr Lohn im Vergleich zu Privatunternehmen.
  • Zurückzuführen ist die Lohnschere auf den hohen Anteil an Hochschulabsolventen.
  • Doch auch zwischen Hochqualifizierten besteht eine Differenz von 13 Prozent.

Die Bundesverwaltung zahlt durchschnittlich fast ein Drittel mehr Lohn als Unternehmen im privaten Sektor. Der Durchschnittslohn für eine Vollzeitstelle liegt bei der Bundesverwaltung bei 117'176 Franken. Das zeigt eine von der «SonntagsZeitung» publizierte Studie des Instituts für Wirtschaftspolitik (IWP) der Universität Luzern auf.

Der Unterschied liege zum Teil daran, dass beim Bund prozentual mehr Hochqualifizierte arbeiten. Heisst: 45 Prozent der Angestellten haben einen Hochschulabschluss, «nur» 24 Prozent einen Lehrabschluss. Anders sieht das Verhältnis in der Privatwirtschaft aus. Dort haben 50 Prozent einen Lehr- und 27 Prozent einen Hochschulabschluss.

Eingeschränkte Wettbewerbsfähigkeit privater Unternehmen

Doch auch bei Hochschulabsolventen besteht laut Studie eine Lohndifferenz von 13 Prozent. Fast überall ist ihr Lohn in den letzten 20 Jahren aber gesunken. Die Lohndifferenz zwischen Verwaltung und Privatunternehmen könnte jedoch ein Problem darstellen.

Zumindest nach Ansicht des Studienleiters Christoph Schaltegger: «Im Kampf um Fachkräfte zieht der Staat die Löhne in die Höhe und unterminiert damit die Wettbewerbsfähigkeit der privaten Unternehmen.»

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Ueli Maurer referiert im Gebäude der Bundesverwaltung am Berner Guisanplatz. Der Bund zahlt ein Drittel mehr Lohn als Privatunternehmen. (Symbolbild)
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Grund dafür ist unter anderem der hohe Anteil an Hochschulabsolventen. (Symbolbild)
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Die Lohnschere zwischen der Bundesverwaltung und Privatunternehmen könnte problematisch sein. (Symbolbild)

Die Chancen, einen Job beim Bund zu ergattern, stehen gut. Denn der Stellenzuwachs gilt beim Bund als überdurchschnittlich hoch – und das bereits seit Jahren.

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Die Studie zeigt zudem kantonale Unterschiede auf: Die Kantone Genf und Basel-Stadt geben pro Einwohner mehr als 8500 Franken für Kantons- und Gemeindeangestellte aus. Der Aargau als sparsamster Kanton wendet dagegen weniger als die Hälfte auf.

Es zeigt sich: Städtisch geprägte Kantone geben im Verhältnis mehr Geld für Personal aus als ländliche. Das lässt sich unter anderem auf die Zentrumsfunktion grösserer Städte zurückführen.

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