Beschuldigter schweigt bei Einvernahme zu Brand von Crans-Monana VS
Die Anhörungen eines Teils der neun Beschuldigten in der Untersuchung zum Brand von Crans-Montana VS sind am Mittwoch wieder aufgenommen worden. Innerhalb einer Woche sind fünf Einvernahmen vorgesehen. Die dritte Befragungsserie begann mit einer Aussageverweigerung.

Die Staatsanwaltschaft startete die neue Anhörungsrunde mit einem Tag Verspätung. Jacques Moretti, Betreiber der Unglücks-Bar «Le Constellation», war für Dienstag vorgeladen, wurde jedoch dispensiert. Sein Anwalt hatte zwei Arztzeugnisse eingereicht, diese wurden akzeptiert.
Der ehemalige Verantwortliche für den Brandschutz der damaligen Gemeinde Chermignon erschien am Mittwoch vor dem Staatsanwaltschaftsteam. Die Anhörung dauerte rund 15 Minuten, der Mann machte von seinem Schweigerecht Gebrauch.
«Mein Mandant hat von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht, weil er noch keinen Zugang zu den Akten hatte», erklärte sein Anwalt Fabien Mingard der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
«Nach der ersten Anhörung sollte ihm die Staatsanwaltschaft nun Einsicht gewähren, ein entsprechendes Gesuch habe ich bereits eingereicht», so der Waadtländer Anwalt. «Mein Mandant wird die Fragen beantworten, sobald er Zugang zu den Akten erhält.»
Robert Assaël, einer der Anwälte der Privatkläger, zeigte sich gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP «schockiert, dass er nicht geantwortet hat, obwohl die Opfer nur eines erwarten, die Wahrheit».
Der Stellvertreter des früheren Sicherheitschefs von Crans-Montana (2020 bis 2024) wird am Donnerstag einvernommen. Am Freitag folgt ein Mitglied des aktuellen Teams der öffentlichen Sicherheit.
Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, wird am kommenden Montag angehört, zwei Tage später der ehemalige Gemeinderat, der zwischen 2021 und 2024 für die öffentliche Sicherheit zuständig war.
Wie bereits im Februar finden sämtliche Anhörungen in der Aula des Campus Energypolis in Sitten statt. Dort können die 91 beteiligten Anwältinnen und Anwälte an einem Ort zusammenkommen.
Die neuen Beschuldigten müssen sich wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandverursachung verantworten, dieselben Vorwürfe wie gegen Jacques und Jessica Moretti sowie den ehemaligen und aktuellen Sicherheitsverantwortlichen der Gemeinde Crans-Montana.
Insgesamt stehen neun Personen unter Verdacht. Ein neuer Termin für die Anhörung von Jacques Moretti steht noch nicht fest.
Die Katastrophe in der Silvesternacht in Crans-Montana forderte 41 Todesopfer und 115 Verletzte. Rund ein Drittel von ihnen ist weiterhin hospitalisiert. Nur acht Personen konnten den Ort unverletzt verlassen.
Vom Brandausbruch im Untergeschoss bis zum sogenannten Flashover vergingen kaum mehr als 90 Sekunden.










