Berner Obergericht verurteilt Brüder nach Säbel-Angriff im Emmental
Das Berner Obergericht hat zwei Bulgaren wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Angriffs zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Die beiden Brüder hatten im Januar 2020 in Zielebach einen Landsmann attackiert.

Hintergrund der Tat war ein Streit um das Sammeln von Altmetall auf einem Schrottplatz in der Umgebung. Aussergewöhnlich war die Wahl der Tatwaffe, wie aus dem am Montag veröffentlichten Urteil hervorgeht. Die Beschuldigten nutzten zwei antike Säbel mit einer Klingenlänge von 81 Zentimetern, die sie zuvor mit einem Winkelschleifer geschärft hatten.
Laut Urteil schlug einer der Täter überraschend mit der Waffe von oben herab gegen den Kopf des Opfers. Der Mann erlitt eine Schnittwunde an der Nasenwurzel. Als das Opfer am Boden lag, wollte auch der zweite Bruder mit einem Säbel auf ihn einschlagen.
Anwesende Personen griffen ein und hielten die Angreifer ab. Das Opfer flüchtete blutüberströmt vom Tatort.
Das Gericht verurteilte die beiden Männer zu einer Freiheitsstrafe von jeweils 36 Monaten, was einer leichten Verschärfung gegenüber der ersten Instanz entspricht. 16 Monate müssen im Gefängnis abgesessen werden, für die restlichen 20 Monate gilt eine dreijährige Probezeit.
Weiter ordnete das Gericht eine obligatorische Landesverweisung gegen beide Männer von neun Jahren an. Die Beschuldigten blieben der Berufungsverhandlung fern; der eine lebte zuletzt an einer Adresse in Bulgarien, der andere soll zusammen mit seiner Familie in Schweden wohnen. Die Säbel werden vernichtet.






