Ensi hat den Abschlussbericht zur Stilllegung des ehemaligen Forschungsreaktors der Uni Basel geprüft. Dieser stellt keine radiologische Gefährdung mehr dar.
Basel
Der Forschungsreaktor der Uni Basel. - Ensi

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Uni Basel hat einen Forschungsreaktor zur Ausbildung seiner Studenten betrieben.
  • Dieser wurde abgestellt und soll aus der Kernenergiegesetzgebung entlassen werden.
  • Der Abschlussbericht dazu wurde nun von Ensi geprüft und gutgeheissen.

Der älteste Atomreaktor der Schweiz stellt keine potenzielle radiologische Gefährdung mehr dar. Zu diesem Schluss kommt das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi). Und zwar nach Prüfung des Abschlussberichts zur Stilllegung des ehemaligen Forschungsreaktors der Universität Basel.

Es seien alle erforderlichen Voraussetzungen für die Entlassung der Anlage aus der Kernenergiegesetzgebung erfüllt, teilte das Ensi am Mittwoch mit. Einzig sollten sämtliche Dokumente des ehemaligen Forschungsreaktors zur langfristigen Archivierung dem Ensi übergeben werden.

Über Entlassung wird nun entschieden

Über die Entlassung des Forschungsreaktors aus der Kernenergiegesetzgebung wird im Verlauf des Jahres entschieden. Und zwar vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Die Universität Basel hat für ihren Forschungsreaktor namens «AGN-211-P» Anfang 2019 vom Bund das Stilllegungsgesuch bewilligt bekommen. Der Rückbau des Forschungsreaktors verlief gemäss Mitteilung des Ensi planmässig und ohne Zwischenfälle. Der Rückbau habe gezeigt, dass der über 50-jährige Betrieb der Anlage die umgebenden Strukturen kaum aktiviert. Und, dass keine Kontamination vorgelegen habe.

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Rückbauarbeiten am Basler Forschungsreaktor im Jahr 2019: Aufgeschnittener Reaktortank mit Blick auf das Core. - Ensi/Jörg Thiess, IGN Consult

Hingegen wurde eine deutlich höhere Dosis beim Rückbaupersonal durch das natürlich vorkommende Radon festgestellt. Diese hohe Radonbelastung in den Räumlichkeiten müsse bei einer allfälligen Weiternutzung durch die Universität Basel beachtet werden. Das heisst es weiter in der Mitteilung.

Das Departement Physik der Uni hatte den Versuchs- und Übungsreaktor von 1959 bis Ende 2013 betrieben. Am Reaktor waren über 1000 Studentinnen und Studenten der Physik und der Chemie ausgebildet worden. Dies in der Anwendung und Handhabung von Radioaktivität.

Experimentelle Kernphysik kein Schwerpunkt mehr

Inzwischen ist experimentelle Kernphysik in Basel kein Forschungsschwerpunkt mehr. Für den Rückbau des Reaktors hatte die baselstädtische Regierung zehn Millionen Franken zurückgestellt.

Gemäss Mitteilung ist es das erste Mal unter der aktuellen Kernenergiegesetzgebung, dass das Ensi einen Abschlussbericht zur Stilllegung begutachtet hat. Die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen des Berichts sollen für die Öffentlichkeit und für weitere Betreibende einer Kernanlage zur Verfügung stehen.

Das Uran aus dem Reaktor war bereits 2015 in sein Herkunftsland USA zurückgebracht worden. Das in diesem Forschungsreaktor verwendete Uran war atomwaffenfähig gewesen. Die in Basel benutzten gut zwei Kilogramm hätten allerdings nicht für eine Bombe gereicht.

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