Ausgesteuerte ab 60 mit weniger Überbrückungsrenten als erwartet

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

Seit 2021 können ältere Arbeitslose, die keine Taggelder mehr erhalten und die in finanziellen Schwierigkeiten sind, eine Überbrückungsrente beantragen. Dieses Mittel gegen Altersarmut wird bisher aber weniger genutzt als zunächst angenommen. 2027 steht eine Evaluation an.

altersarmut
Seit 2021 können ältere Arbeitslose, die keine Taggelder mehr erhalten und die in finanziellen Schwierigkeiten sind, eine Überbrückungsrente beantragen. (Symbolbild) - keystone

Mitte 2021 hatte der Bund Überbrückungsleistungen (ÜL) eingeführt für ab 60-jährige ausgesteuerte Arbeitslose, die zu wenig finanzielle Mittel haben, um ihren Lebensunterhalt zu decken. Dieses aus der Bundeskasse finanzierte Sozialwerk soll verhindern, dass vorzeitig Vorsorgegelder angezapft beziehungsweise Sozialhilfe bezogen werden muss.

Für 2022, das erste ganze Jahr mit ÜL, war bei der Schlussabstimmung im Parlament nach Angaben des Bundesamtes für Sozialversicherungen von 2000 Beziehenden ausgegangen worden. Zudem war der monatlich auszuzahlende Betrag pro Kopf auf 3600 Franken und die Kosten auf 70 Millionen Franken geschätzt worden.

Ausbezahlt wurde bisher allerdings weniger. Ende 2025 bezogen rund 900 Personen ÜL, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen mitteilte. Pro Kopf und Monat erhielten Frauen im Durchschnitt rund 2400 Franken und Männer rund 2700 Franken. Mehr Männer als Frauen erhielten Überbrückungsleistungen. Die ÜL-Ausgaben stiegen in dem Jahr um 10,1 Prozent auf 30,3 Millionen Franken.

Im Vergleich mit 2024 bezogen nach Angaben des BSV in etwa gleich viele Menschen Überbrückungsleistungen. Die Zahl der Ausgesteuerten zwischen 60 und 64 sei dabei 2025 im Vergleich zu 2024 um 20 Prozent gestiegen. Die Zahlen sind provisorisch, weil nach Angaben des BSV Anmeldungen Ende Jahr noch nicht vollständig erfasst sind.

Den zögerlichen Start hatte das BSV in einer Publikation von Ende 2023 auf die Covid-19-Pandemie zurückgeführt. Vorübergehend wurden damals die Taggelder für Arbeitslose verlängert. Schon damals räumte das Bundesamt aber ein, dass gemessen an der Zahl der Ausgesteuerten weniger Menschen als erwartet ÜL bezögen. Überschätzt worden sei zudem der monatliche ÜL-Betrag pro Kopf.

Im vergangenen Januar hielt das BSV gegenüber Keystone-SDA fest, dass der Bezug von Überbrückungsleistungen nicht als Gradmesser dienen könne für die Situation der über 60-Jährigen im Arbeitsmarkt. Denn ÜL würden abhängig vom Bedarf entrichtet, und ob sie ausbezahlt würden, hänge vom individuellen Einkommen und Vermögen ab.

Wer ÜL beziehe, sei zudem in einer schlechten oder sehr schlechten finanziellen Lage. Das treffe nicht auf alle Menschen ab 60 Jahren zu, die Mühe hätten, eine Arbeitsstelle zu finden.

Das ÜL-Gesetz schreibt vor, dass der Bundesrat dem Parlament Bericht erstatten muss zur Entwicklung des neuen Sozialwerks. Diese Evaluation findet laut BSV 2027 statt, mit den Daten aus den ersten fünf Jahren. 2027 sollen die Zahlen publiziert werden.

Kommentare

User #4230 (nicht angemeldet)

Denke Schweizer koennen es sich nicht vorstellen irgend eine Hilfe vom Staat zu bekommen?

User #4143 (nicht angemeldet)

Das ich nicht lache?

Weiterlesen

baden
115 Interaktionen
Abkühlung
fuchs katze
1 Interaktionen
Katze verjagt ihn

MEHR AUS STADT BERN

YB
27 Interaktionen
Er hat es angekündigt
Sperrung.
Astra
1 Interaktionen
In Berner Quartier
YB
Jan Kronig