Asylunterkunft für bis zu 200 Menschen geplant – Bewohner hässig
Eine neue Unterkunft für bis zu 200 Geflüchtete ist in Kandersteg BE geplant. Eine Petition ist dagegen. Die Themen Sicherheit und Wohnraummangel sind im Fokus.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein grosser Teil der Bevölkerung von Kandersteg BE sorgt sich wegen einer Asylunterkunft.
- Diese sei zu gross und nehme der einheimischen Bevölkerung den Wohnraum weg.
- Auch der Gemeinderatspräsident schliesst sich der Kritik an.
Aus einem ehemaligen Internat in Kandersteg BE soll eine Asylunterkunft werden. Anfang 2028 ist geplant, dass Geflüchtete dort einziehen. Bis zu 200 Personen können dort Platz finden. In der Regel sollen jedoch nicht mehr als 160 die Unterkunft gleichzeitig belegen.
In der 1300-Seelen-Gemeinde regt sich dagegen aber nun Widerstand. Ein junges Paar startete gar eine Petition, die am Freitag eingereicht wird. Das Projekt sei «schlicht zu gross», sagen die beiden gemäss «20 Minuten».

Es gebe einheimische Familien, die nach Wohnraum suchen würden. Der Kanton nehme diesen weg. Auch das Gebäude hält das Paar für viel zu klein, um eine solche Menge an Menschen unterzubringen.
Zahlreicher Zuspruch für Petition
Die Petition zu diesem Thema ist auf grosse Resonanz gestossen. Laut «Blick» haben fast 400 Personen diese bereits unterschrieben. Das entspricht fast der Hälfte der gesamten stimmberechtigten Bevölkerung.
Einer von ihnen ist René Maeder, der Gemeinderatspräsident von Kandersteg. Zu «20 Minuten» sagt er, er unterstütze zwar die Aufnahme von Schutzsuchenden.

«Aber das hat auch ein Limit», so der Mitte-Grossrat weiter. Die Anzahl der Personen müsse «drastisch» sinken, ebenso sieht er auch die Problematik mit dem Wohnraum für Einheimische.
Betrieb und Zusammenleben in der Regel reibungslos
Der Kanton Bern betont, dass bei der Standortsuche hauptsächlich die passenden Gebäude ausschlaggebend wären. So würden sich etwa ehemalige Spitäler, Altersheime und eben Internate besonders gut eignen.
Mietangebote für grosse, geeignete Objekte seien rar, erklärt Gundekar Giebel, Sprecher der Berner Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion.
Weiter heisst es, dass das Zusammenleben der Bewohnenden mit der Bevölkerung meist reibungslos ablaufe. Relativ grosse Unterkünfte gebe es jetzt schon in kleinen Gemeinde und Ortschaften.








