Konzert

An Schweizer Konzert: Superstars verbieten Handyfotos – Fans jubeln!

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Oberwallis,

Immer mehr Superstars wollen an ihren Konzerten keine Fotos. In der Schweiz reagierten Fans darauf besonders.

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Die Briten-Rocker von Placebo spielten in der Schweiz - und wollten keine Handys sehen. - Getty Images

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Briten-Rocker von Placebo verbieten am Schweiz-Konzert Handyaufnahmen.
  • Das Publikum ist aber nicht etwa enttäuscht, sondern applaudiert.
  • Haben Verbote an Konzerten also Zukunft?

Adele, Pink, Bob Dylan, Bruno Mars: Immer mehr Superstars wollen keine Handyfotos an ihren Konzerten. Bei letzteren beiden muss das Smartphone in einen speziellen Beutel gelegt werden, damit man es beim Konzert nicht benutzen kann.

Superstar Adele («Set fire to the rain») geigte einst sogar einem italienischen Fan die Meinung. Die Frau solle aufhören, sie zu filmen, denn: «Ich möchte wirklich, dass Sie die Show geniessen.» Sängerin Pink («Cover Me in Sunshine») wünschte in einem Interview, den Fans das Handy gar aus der Hand zu reissen.

Es erstaunt also nicht, dass Stars auch in der Schweiz immer weniger Lust auf die Filmerei aus dem Publikum haben. Doch: Die Fans, die ihre Idole im Handy verewigen wollen, finden ein Verbot überraschend sogar gut. Das zeigte sich kürzlich am Zermatt Unplugged.

Die britische Rock-Band Placebo («The Bitter End») spielte eins ihrer begehrten Konzerte auf der ausverkauften Hauptbühne.

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«Du wirst dich an den Moment erinnern, nicht an das Filmen»: Placebo wollen keine Handyaufnahmen von ihrem Schweiz-Konzert. - Nau.ch

Und liess gleich zu Beginn klarstellen: Handyfotos und -Videos sind verboten. Grund: Die Show sei privat und finde im intimen Rahmen statt. «Du wirst dich an den Moment erinnern, nicht an das Filmen», stand schon am Eingang auf einem Plakat.

«The Bitter End» ist einer der grössten Hits von Placebo

Als die Band das Verbot auch noch mündlich ausrufen liess, passierte es: Die rund zweieinhalb Tausend Fans standen auf und applaudierten!

Fans dürfen nicht filmen – und feiern das Verbot

Das erstaunt auf den ersten Blick. Zeigt aber Wirkung: Während den rund eineinhalb Stunden feiern die Fans ausgelassen, tanzen, singen mit. Schwarze Schafe, die trotzdem kurz das Handy für ein Foto zücken, lassen sich an einer Hand abzählen.

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Handy-Foto-Verbot in der Schweiz: Die Menge feiert trotzdem - oder gerade deshalb. - Nau.ch

Hat das Handy-Verbot an Konzerten also sogar Zukunft? Geht es uns damit sogar besser?

Nau.ch hat die grossen Schweizer Veranstalter und Austragungsorte angefragt.

Beim Zürcher Hallenstadion (bis zu 15'000 Konzertplätze) weiss man: Ein Verbot bedeutet auch mehr Arbeit. «Der personelle Zusatzaufwand ist für alle Beteiligten gross, da es nicht nur um den Abgabeprozess vor Ort geht. Sondern es auch viele Fragen von den Kunden im Vorfeld gibt.»

Nervt es dich, wenn du am Konzert deiner Lieblingsband nicht fötelen darst?

Zwar sieht man keinen effektiven Trend zu rein handyfreien Konzerten. Aber auch hier weiss man: «Es passiert immer wieder, dass der Künstler die Fans anspricht, um das Handy mal in der Hosentasche zu lassen, und das Konzert ohne Screen vor Augen zu geniessen.»

In einem Handyverbot sieht man Vor- und Nachteile: So könnten Besuchende den Moment tatsächlich «bewusster erleben». Aber: Es schränkt auch individuelle Ausdrucksformen ein, die für andere Teil des Konzerterlebnisses sind. Etwa ein gemeinsames Lichtermeer sei für viele Besuchende «ein emotionaler Höhepunkt und verstärkt das Gemeinschaftsgefühl».

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Popstar Pink mag es nicht, wenn Fans beim Konzert Fotos und Videos machen. - keystone

Beim Hallenstadion rechnet man nicht damit, dass sich ein Foto- und Filmverbot durchsetzen kann.

Das sieht man auch beim Berner Bierhübeli (bis zu 800 Plätze) so. «Ich glaube nicht an ein Verbot», sagt Inhaber und Geschäftsführer Dave Naef. «Smartphones haben ja auch den Effekt, Erinnerung dingfest zu halten.» Zudem helfe die Verbreitung der Konzertvideos über soziale Medien den Künstlern, bekannter zu werden.

Fest steht für Naef im Falle eines Verbots aber: «Die Aufmerksamkeit ist auf jeden Fall stärker.»

Kommentare

User #930 (nicht angemeldet)

Schwarzenegger nimmt für ein Autogramm 50.-- CHF.

User #1212 (nicht angemeldet)

Viele leere Plätze..

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