Amis ziehen Crans-Montana den Stecker – Kritik
Die US-Betreiber haben die Ski-Saison in Crans-Montana trotz Traumwetter beendet. Einheimische kritisieren das und sprechen von Profitgier.

Das Wichtigste in Kürze
- Viele Walliser Skigebiete begrüssen auch nach Ostern zahlreiche Gäste.
- In Crans-Montana wurde die Saison beendet, das Datum wurde im Sommer festgelegt.
- Der US-Betreiber begründet es mit der Rentabilität und den anstehenden Arbeiten.
Das Traumwetter hat den Skigebieten ein Rekord-Osterwochenende beschert. Auch in der aktuellen Woche sind die Walliser Pisten voll, die Hotels gut ausgelastet – ausser in Crans-Montana. Denn hier stehen die Lifte still, die Saison wurde am Ostermontag beendet. Es ist ein Entscheid, den Vail Resort, der Betreiber aus den USA, im letzten Sommer gefällt hatte.
Laura Anthamatten, Vizedirektorin des Hotels Walliserhof in Saas Fee, sagt, das Hotel sei zu rund 80 Prozent ausgelastet. Der Schneefall Ende März habe nochmals Winterstimmung aufkommen lassen. Zudem liegt Ostern dieses Jahr mit Anfang April sehr gut. «In den letzten 20 Jahren habe ich nie so perfekte Frühlings-Skibedingungen erlebt wie dieses Jahr.»
Gegenüber «Pomona» erklärt Skischulleiter Gabriel Anthamatten, dass man auch nach Ostern viele Kunden habe: «Wir verzeichnen in diesen Tagen etwa gleich viele Gäste wie in der vergangenen Woche.»
Ähnlich sieht es auch in Zermatt oder Verbier aus: Trotz sommerlicher Temperaturen im Flachland zieht es viele Skifahrer nochmals auf die Pisten. Denn das Wetter spielt in den Bergen mit.
In Crans-Montana aber steht alles still: Die Lifte fahren nicht mehr, einige Restaurants und Sportgeschäfte sind zu. Dabei konnte man in den vergangenen Jahren teils bis in den Mai Skifahren.
Petition für späteren Saisonschluss gestartet
«Es ist immer noch Ferienzeit und die Verhältnisse sind hervorragend», sagt ein Einheimischer gegenüber «RTS». «Wenigstens bis nächsten Sonntag hätte man die Pisten noch offen lassen können.» Ein anderer wirft Vail Resorts vor, nur auf den Profit zu schauen.
Pete Petrovski wurde von Vail Resorts als Geschäftsführer in Crans-Montana eingesetzt. Er rechtfertigt sich: Die Saison bis nach Ostern zu verlängern, sei nicht rentabel. Die Frequenz gehe nach dem Ostermontag deutlich zurück.
Er begründet den verhältnismässig frühen Saisonschluss auch mit den vielen Arbeiten, die jetzt anstünden. So müsse die kommende Wintersaison vorbereitet werden, auch wegen der Ski-WM, die im Februar in Crans-Montana stattfinden wird.
Gäste und Einheimische wehren sich gegen den Saisonschluss: Eine Online-Petition hat bereits über 1000 Unterschriften sammeln können.
Kritik an Vail Resorts gab es bereits zuvor. So versprach der Betreiber von über 40 Skigebieten bei der Übernahme, innerhalb von fünf Jahren 30 Millionen Franken zu investieren. Doch viele gehen davon aus, dass das nicht ausreicht. Denn die Transportanlagen sind in die Jahre gekommen, die Beschneiungsinfrastruktur muss ausgebaut werden.

















