Die Gemeinde Allschwil hat erneut alarmierende Ergebnisse aus dem Roemislochbach bekanntgegeben: Die Wasserproben wiesen eine hohe Konzentration Benzidin auf.
Allschwil Benzidin
Allschwil Benzidin: Die Gemeinde ist überzeugt, dass das gemessene Gift im Dorfbach aus der sanierten Deponie austritt. (Archivbild aus Juli 2021) - Gemeinde Allschwil

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gemeinde Allschwil BL hat kürzlich erneut Benzidin im Roemislochbach gefunden.
  • Sie fordert die Chemiefirmen, vor allem Novartis, endlich Massnahmen zu ergreifen.
  • Allschwill befindet sich seit mehreren Jahren im Streit mit den Chemiefirmen.
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Die Gemeinde Allschwil BL hat in einem Bach bei der nahe gelegenen ehemaligen Chemiedeponie Roemisloch wiederholt hohe Rückstände des krebserregenden Stoffs Benzidin entdeckt. Die Gemeinde fordert die Chemiefirmen und insbesondere Novartis dazu auf, die Quelle des Schadstoffs zu elimieren. Das teilte die Gemeinde am Mittwoch mit.

Die Gemeinde befindet sich bereits seit mehreren Jahren im Clinch mit den Chemiefirmen. Und auch mit dem Amt für Umwelt und Energie des Kantons Baselland. Entsprechend hat sie die aktuellen Proben aus dem Roemislochbach im benachbarten elsässischen Neuwiller vom entsprechenden Amt des Kantons Basel-Stadt analysieren lassen.

Allschwil Benzidin: hohe Schadstoffbelastung in Gewässern

Diese Analyse habe über 120 Substanzen in einer Gesamtkonzentration von 271 Mikrogramm pro Liter Wasser nachgewiesen, heisst es. Darunter Benzidin in einer Menge, die weit über den tief angesetzten Grenzwerten aus der Schweiz und aus Frankreich liege.

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Allschwil Benzidin: Die Gemeinde steht im Clinch mit Chemiefirmen und dem Umweltamt. (Symbolbild) - Nau.ch / Werner Rolli

Die Chemiefirmen haben die ehemalige Deponie Roemisloch bereits 2012 für saniert erklärt. Für die Gemeinde Allschwil «nicht nachvollziehbar». Die betroffenen Firmen hätten bei ihren Grundwassermessstellen nie nach Benzidin Ausschau gehalten. Und die Messstellen im Dezember zudem entfernt.

Misstrauen gegenüber Behörden

Auch in das kantonale Umweltamt setzt die Gemeinde nicht mehr allzu grosses Vertrauen. Dieses hatte im Januar 2022 bei Messungen keine Überschreitungen der «Anforderungswerte der Gewässerschutzwerte» festgestellt.

Allerdings hatte das Amt seine Proben nicht aus dem neben der ehemaligen Deponie gelegenen Roemislochbach entommen. Sondern aus dem weiter entfernten Mülibach in Allschwil entnommen.

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Für die Gemeinde Allschwil erscheint es klar: 14 Jahre nach der vermeintlichen Sanierung sei es höchste Zeit, das stark kontaminierte Wasser beim Roemisloch zu sammeln und zu reinigen, die Quelle der Schadstoffe ausfindig zu machen «und endlich richtig aufzuräumen».

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