Wallis

Aletschgletscher schwindet: «Irgendwann muss man die Hütte aufgeben»

Stephan Felder
Stephan Felder

Oberwallis,

Gletscherschwund und tauender Permafrost setzen vielen SAC-Hütten zu. Besonders ungewiss ist die Zukunft der Konkordia-Hütte.

Konkordiahütte
Die Zukunft der Konkordia-Hütte ist höchst ungewiss. - SAC

Das Wichtigste in Kürze

  • Jede dritte SAC-Hütte ist vom tauenden Permafrost betroffen.
  • Der SAC will jährlich bis zu 25 Millionen Franken investieren.
  • Die Konkordia-Hütte könnte langfristig nicht mehr erreichbar sein.

Die SAC-Hütten in der Schweiz sind gefordert.

Drei Punkte machen den Unterkünften in den Schweizer Bergen zu schaffen: Gletscherschwund, Wassermangel und Felsstürze.

Alle Punkte hängen mit dem Klimawandel zusammen. Und: Sie werden sich in naher Zukunft deutlich verschärfen.

Jede dritte SAC-Hütte kämpft mit tauendem Permafrost

Laut Schätzungen ist in der Schweiz jede dritte SAC-Hütte von den Folgen des tauenden Permafrosts betroffen.

Bis ins Jahr 2040 will der Schweizer Alpen-Club jährlich 20 bis 25 Millionen Franken in die Modernisierung seiner Hütten investieren.

Doch eine Frage bleibt: Kommen die Gäste noch? Denn: Der Klimawandel verändert das Aussehen der Berge.

Das zeigt sich exemplarisch bei der Konkordia-Hütte beim Aletschgletscher. 1877 wurde die Hütte gebaut, damals 50 Meter über dem Gletscher.

Sie ist die SAC-Hütte mit den meisten Betten (155 Schlafplätze) und bietet einen spektakulären Weitblick über vier Gletscher, die alle nahe bei der Hütte zusammenfliessen.

Hast du schon einmal in einer SAC-Hütte übernachtet?

Die bange Frage: Wie lange noch? Heute steht die Hütte bereits 300 Meter über dem Gletscher. Denn der Gletscher schmilzt und wird jedes Jahr dünner.

Über 500 Treppenstufen müssen die Berggänger mittlerweile schon hochkraxeln, um zur Hütte zu gelangen.

Weil der Aletschgletscher weiter schrumpft, wird die Treppe alle paar Jahre mit einem flexiblen Leitersystem verlängert. Kostenpunkt: Rund 50’000 Franken.

Konkordiahütte
Hier wird die Treppe zur Konkordia-Hütte verlängert. - Screenshot SRF

«Der Aufwand, den man für diese Hütte betreibt, ist relativ gross.» Das sagt der Hüttenverantwortliche Christoph Sager in einem Dok-Film von SRF.

Der Aletschgletscher verliert jedes Jahr vier bis sechs Meter Dicke. Wird die Treppe also einfach immer weiter verlängert?

«Die Zukunft der Hütte ist ungewiss», sagt Sager zum Sender. Ihr Standort werde irgendwann an einer anderen Stelle sein. Und noch schlimmer: «Irgendwann wird man die Hütte aufgeben müssen, weil einfach niemand mehr hier hoch kommt.»

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Hüttenwart Christoph Sager sorgt sich um die Konkordiahütte. - SRF

Die Konkordia-Hütte zeigt, vor welchen Problemen auch andere SAC-Unterkünfte stehen. Gletscherschwund, Wassermangel und Felsstürze machen nicht nur den Betrieb schwieriger. Auch die Wege zu den Hütten werden länger und gefährlicher.

Der SAC kann viel Geld in seine Hütten und deren Zugänge investieren. Gegen die Veränderungen in den Bergen kommt aber auch er nur bedingt an.

Und irgendwann stellt sich deshalb nicht mehr nur die Frage, ob eine Hütte noch sicher betrieben werden kann. Sondern auch: Schaffen es die Gäste überhaupt noch bis dorthin?

Kommentare

User #4552 (nicht angemeldet)

Man könnte einen Lift zur Hütte hoch bauen

User #5527 (nicht angemeldet)

SAC-Hütten stehen nie in einem Gletscher.

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