Abituraufsatz von Max Frisch wird erstmals veröffentlicht

Melsada Zec-Zejnic
Melsada Zec-Zejnic

Zürich,

Fast 100 Jahre nach seiner Niederschrift wird der Abituraufsatz von Max Frisch erstmals im Jubiläumsbuch des Lehrmittelverlags Zürich veröffentlicht.

Max Frisch
Max Frischs Abituraufsatz aus dem Jahr 1930 wird erstmals im Jubiläumsbuch des Lehrmittelverlags Zürich veröffentlicht. - keystone

Fast 100 Jahre nach der Niederschrift taucht Max Frischs Abituraufsatz wieder auf. Er soll in der Jubiläumsschrift zum 175. Geburtstag des Lehrmittelverlags Zürich erscheinen.

Max Frisch zählt zu den grossen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Sein Abituraufsatz aus dem Jahr 1930 war lange verschollen. Wie «Stern» berichtet, gilt er als das älteste erhaltene Manuskript des Autors.

Frisch schrieb den Text mit 19 Jahren. Er entstand am Realgymnasium Rämibühl in Zürich. Laut «Spiegel» datiert er auf September 1930.

Frühe Kritik an Technik

Der Aufsatz heisst «Licht- und Schattenseiten der modernen Technik», wie der «Tagesspiegel» berichtet. Max Frisch vergleicht Urmenschen mit modernen Menschen und kritisiert darin früh die Technikgläubigkeit.

Technik schaffe mehr Freizeit, argumentiert Frisch, doch Menschen füllten diese Zeit problematisch mit ständigem Denken. «Stern» zitiert Frischs Gedanken, dass klares Denken zur Erkenntnis der «bodenlosen Stumpfsinnigkeit unseres Daseins» führe.

Max Frisch
Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch wird von Bundesrat Hans Huerlimann (links) am 5. Oktober 1976 im Berner Von-Wattenwyl-Haus begruesst. - keystone

Thomas Strässle nennt dies eine literarische Sensation, als Präsident der Max Frisch-Stiftung sieht er frühe Motive späterer Werke. «Hier schreibt einer, der hoch hinaus will», sagt er laut «Stern».

Aufsatz von Max Frisch 1954 aus Schularchiv gestohlen

Ein Schüler stahl den Aufsatz 1954 aus dem Schularchiv, als Frisch bereits berühmt war. Wie «Spiegel» berichtet, wollte der Dieb ihn für die Nachwelt sichern.

Vor zwei Jahren übergab der Dieb den Text dem Max-Frisch-Archiv, berichtet die «FAZ». Die Nachlassverwalter an der ETH Zürich freuen sich über die bedeutende Bereicherung des Archivs.

Findest du es spannend, frühere Texte bekannter Schriftsteller zu entdecken?

Der Lehrmittelverlag Zürich druckt den Aufsatz erstmals im Jubiläumsbuch «Bitte nicht ins Buch kritzeln!», berichtet «persoenlich.com». Das Buch zum 175-jährigen Jubiläum versammelt Beiträge prominenter Persönlichkeiten und Erinnerungen an Schule und Lehrmittel.

Wiederentdeckter Aufsatz als literarische Ausnahme

Charles Lewinsky und Peter Stamm schreiben persönliche Schulerinnerungen für das Jubiläumsbuch, berichtet «persoenlich.com». Auch Röbi Koller und Martina Hügli steuern Texte bei; im Fokus stehen Schulzeit und Lehrmittel.

Strässle beurteilt Frischs Stil als naiv und stellenweise plakativ, berichtet «Deutschlandfunk Kultur». Dennoch erkenne er bereits grossen Ehrgeiz und erste literarische Ambitionen im frühen Aufsatz.

Max Frisch
Sonderbriefmarke der Schweizerischen Post zum 100-jährigen Geburtstag des Schweizer Schriftstellers Max Frisch, 2011. - keystone

Der Aufsatz zeigt Frischs frühe literarische Ambitionen und verbindet jugendliche Gedanken mit ersten philosophischen Überlegungen, berichtet «Stern». Viele frühe Texte zerstörte Frisch später selbst, weshalb der wiederentdeckte Aufsatz als besondere Ausnahme gilt.

Neue Einblicke in Frischs literarische Anfänge

Frisch besuchte von 1925 bis 1930 das Gymnasium in Zürich, erinnert der «NDR». Anschliessend studierte er Germanistik an der Universität Zürich und begann seine literarische Laufbahn.

Die Publikation reiht sich in das wachsende Interesse an Max Frisch ein und beleuchtet seine literarischen Anfänge neu. Das Buch erscheint am 27. Februar, wie mehrere Medien laut «Höfner Volksblatt» berichten.

Kommentare

Franz Brunner

Frisch hat nie ein Abitur gemacht sondern eine Matura. Sonit hat er auch nie einen Abitursufsatz geschrieben.

User #6151 (nicht angemeldet)

Uuuiuiui, wenn der Aufsatz heute nicht mehr da wäre - ganz schlimm… 🙈

Weiterlesen

Max Frisch
8 Interaktionen
Nach hundert Jahren
Stiller
«Stiller»

MEHR AUS STADT ZüRICH

FCZ
6 Interaktionen
Nach Tod von Cousin
rikard grönborg zsc lions
5 Interaktionen
Hockey-Prügel-Orgie
Braco
38 Interaktionen
Anstarren
kollision
9 Interaktionen
Zürich