Aarau

    Aargau: Senioren ausgenommen – Beiständin verurteilt!

    Gelöschtes Konto
    Gelöschtes Konto

    Aarau,

    Eine perfide Betrugsmasche nahm gutgläubige Senioren ins Visier. Über zwei Monate erbeuteten die Täter knapp 272'000 Franken.

    Senioren häufig betrogen
    Eine perfide Betrugsmasche hat gutgläubige Senioren ins Visier genommen. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Betrüger ergaunerten 272'000 Franken von Senioren.
    • Eine skeptische Frau (77) alarmierte die Polizei. So konnten zwei Festnahmen erfolgen.
    • Die Angeklagten wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt.

    Eine 85-jährige Frau aus dem Bezirk Aarau erhält einen Anruf eines vermeintlichen Bankmitarbeiters. Dieser behauptet, ihre Unterschrift sei bei einer Überweisung gefälscht worden.

    Eine angebliche Staatsanwaltschaft fordert daraufhin Geld für Ermittlungen. Es gebe Unstimmigkeiten bei der Bankfiliale. Die Frau hebt 18'700 Franken ab und übergibt das Geld an einen vermeintlichen Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, ein 32-jähriger Mann.

    Wahr ist von all diesen Behauptungen natürlich nichts – es handelt sich um eine Betrugsmasche. Das «Zofinger Tagblatt» berichtet über den Fall.

    Den Tätern gelingt es, ein Dutzend Mal Opfer zu manipulieren und hohe Geldsummen zu erbeuten. Teilweise geht sogar das gesamte Vermögen flöten. Sie operierten dabei nicht nur im Aargau, sondern auch in anderen Kantonen.

    Psychologie der Betrüger

    Marco Dössegger von der Aargauer Kantonspolizei erklärt gegenüber der Zeitung, dass solche Betrugsmaschen auf emotionaler Manipulation basieren. Die Täter würden es sich zunutze machen, dass Entscheidungen häufig nicht durch Vernunft, sondern durch Emotionen gesteuert würden, so Dössegger.

    Betrug
    Oft sind Senioren das Ziel der Betrüger, um möglichst viel Geld zu ergaunern. (Symbolbild) - keystone

    Trotz wachsender Präventionsarbeit, etwa auf Social-Media-Plattformen oder bei Informationsveranstaltungen, bleiben die Maschen erfolgreich.

    Festnahmen und Verurteilungen

    Zurück zum vorliegenden Fall: Anfang 2023 wird einer der Kuriere bei einer Geldübergabe verhaftet. Eine Frau aus dem Kanton Zürich wurde misstrauisch und rief den Notruf.

    Seniorin am telefonieren
    Vor allem Senioren sind das Ziel von Betrügern. (Symbolbild) - keystone

    Die Polizei nimmt auch seine Fahrerin fest. Pikant: Sie arbeitet gemäss «Zofinger Tagblatt» als Beiständin in einer Aargauer Gemeinde.

    Vor dem Aarauer Bezirksgericht bestreitet sie, gewusst zu haben, dass kriminelle Handlungen hinter den Fahrten steckten.

    Genutzt hat es nichts: Beide werden am Ende verurteilt. Der 32-Jährige erhält wegen gewerbsmässigem, teilweise versuchtem Betrug und mehrfacher Geldwäscherei eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren.

    Sollte Betrug härter bestraft werden?

    Eins davon wird vollstreckt, dazu kommt ein Landesverweis von fünf Jahren. Auch Schadenersatzforderungen von über 60'000 Franken müssen beglichen werden.

    Die Frau wurde zu einer bedingten Haftstrafe von 14 Monaten und einer 300-Franken-Busse verurteilt. Dennoch darf sie weiterhin als Beiständin arbeiten, da der Betrug nicht im Beruf erfolgte. Auch ihr wurden Schadenersatzzahlungen – in Höhe von knapp 50'000 Franken – auferlegt.

    Die Hintermänner der Aktion sind weiterhin unbekannt.

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    Kommentare

    User #1350 (nicht angemeldet)

    Also ein Landesverweis ist im vorliegenden Fall ganz klar nicht angebracht und unmenschlich.

    User #5927 (nicht angemeldet)

    Die Frau wird weder eingeknastet noch erhält sie ein Berufsverbot als Beiständin. Solche Urteile sind dafür verantwortlich, dass unser Rechtssystem aus den Fugen gerät und irgendwann, obwohl das niemand wirklich will, durch Anarchie ersetzt werden muss.

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