40 Prozent Absagen: SAC-Hütten planen Reservationsgebühr
Vollständig ausgebucht, aber trotzdem leer: SAC-Hütten leiden unter massenhaften No-Shows. Mitte Juni fällt nun ein richtungsweisender Entscheid.

Das Wichtigste in Kürze
- Viele SAC-Hütten kämpfen mit Gästen, die trotz Reservation nicht erscheinen.
- Hüttenwarte berichten von Familien, die vier Weekends reservieren, aber nur einmal kommen
- Am 13. Juni entscheiden SAC-Abgeordnete über die Einführung einer Reservationsgebühr.
Fridli Riegg steht am Pfingstwochenende am Herd der Glärnischhütte und kocht. Für Gäste, von denen er nicht weiss, ob sie wirklich kommen. «Wenn wir 90 Reservationen haben und nur 70 kommen, dann wird es verdammt schwierig», so Riegg gegenüber der SRF-«Tagesschau».
Zu viel eingekauft, zu viel gekocht, zu viel Personal aufgeboten, sogenannte No-Shows, die er diesmal vermeiden will.
Was hinter dem Problem steckt
Die Glärnischhütte liegt auf knapp 2000 Metern über Meer in den Glarner Alpen. Mit dem No-Show-Problem ist sie eine von vielen, der SAC zählt über 150 Hütten in der Schweiz.
Das Problem: Beim Schweizer Alpen-Club (SAC) werden 40 Prozent aller Buchungen annulliert, mehr als doppelt so viele wie in gewöhnlichen Hotels.
Noch problematischer sind jene, die gar nicht erst absagen. «Wir haben eine sehr hohe Zahl, die ohne zu annullieren nicht auftauchen», sagt SAC-Kommunikationsleiter Remo Schläpfer in der Sendung.

Besonders stossend: Manche Gäste buchten mehrere Hütten gleichzeitig auf Vorrat.
Schläpfer berichtet von einer Familie, die vier Wochenenden in Folge reserviert hatte, aber nur einmal tatsächlich erschien. «Man will sich alle Optionen offenhalten, vielleicht schauen, wann das Wetter ideal ist. Das geht natürlich nicht», so Schläpfer.
Reservationsgebühr als Lösung
Auch Hüttenwartin Pia Kunz von der Glärnischhütte GL unterstützt eine Reservationsgebühr. Für sie wäre das Prinzip einfach.
«Wenn du reservierst, zahlst du einen Betrag. Wenn du nicht kommst, verfällt das», sagt sie in der Sendung.
Erscheinen die Gäste wie geplant, würde die Gebühr angerechnet. Bleiben sie weg, ginge das Geld an die Hütte.

Genau eine solche Reservationsgebühr steht nun beim SAC zur Diskussion.
Die Entscheidung fällt an der Abgeordnetenversammlung vom 13. Juni. Dann wird geklärt, ob die Gebühr für alle über 150 SAC-Hütten eingeführt wird und wie hoch sie ausfallen würde.
Geplant ist zudem eine Sensibilisierungskampagne, gemeinsam mit den Alpen-Clubs aus Deutschland und Österreich, die mit ähnlichen Problemen kämpfen.
Rekordjahr trotz No-Shows
Das Hüttenjahr 2025 war trotz allem ein Erfolgsjahr. Mit über 400'000 Übernachtungen verzeichnete der SAC einen neuen Rekord.
Die steigende Beliebtheit der Berghütten macht die No-Show-Problematik allerdings noch drückender.










