Das Raumflugzeug «VSS Unity» der Betreiberfirma Virgin Galactic hat am Samstag (Ortszeit) einen bemannten Weltraum-Testflug absolviert.
Ein Flugzeug, das das Tourismus-Raumschiff VSS Unity von Virgin Galactic transportiert, ist vom Mojave Air and Space Port gestartet.
Ein Flugzeug, das das Tourismus-Raumschiff VSS Unity von Virgin Galactic transportiert, ist vom Mojave Air and Space Port gestartet. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Raumflugzeug «VSS Unity» hat am Samstag einen bemannten Testflug absolviert.
  • In knapp 14 Kilometer Höhe setzte das Mutterschiff die «VSS Unity» ab.
  • Im kommenden Jahr sind drei weitere Testflüge geplant.

Das Raumflugzeug «VSS Unity» der Betreiberfirma Virgin Galactic hat am Samstag (Ortszeit) einen bemannten Weltraum-Testflug absolviert. Die mit zwei Piloten besetzte Kapsel war an Bord eines Trägerflugzeugs von dem kommerziellen Weltraumbahnhof Spaceport America im US-Bundesstaat New Mexico gestartet.

In knapp 14 Kilometer Höhe setzte das Mutterschiff die «VSS Unity» ab.

Danach beschleunigte die Raumkapsel 60 Sekunden lang mit eigenem Raketenantrieb und setzte den Flug mit dreifacher Schallgeschwindigkeit (Mach 3) kurz fort. Sie erreichte eine Höhe von 89,2 Kilometern, wie Virgin Galactic später mitteilte.

«VSS Unity» von Virgin Galactic
Dieses von Virgin Galactic zur Verfügung gestellte Bild zeigt die Freisetzung von VSS Unity von VMS Eve und die Zündung des Raketenmotors über dem Spaceport America, N.M. - dpa

«Jetzt im Weltraum», schrieb Virgin Galactic während des Events auf Twitter, bevor das Raumflugzeug zur Erde zurückkehrte und auf dem Weltraumbahnhof sicher landete. Auch das Trägerflugzeug kehrte unbeschadet zurück.

Der britische Milliardär und Abenteurer Richard Branson, der mit seiner Firma Virgin Galactic kommerzielle Weltraumflüge anbieten will, verfolgte den Testflug vor Ort mit. Es war der dritte erfolgreiche Flug des Unternehmens ins All seit 2018 - und der erste von dem neuen Standort in New Mexico. «Wir haben nun sieben Menschen ins Weltall geflogen und setzen unsere Mission fort, den Weltraum für Alle zu erschliessen», sagte Branson auf Twitter.

Erster Testflug gelang nicht

Bei einem Testflug im vorigen Dezember hatte der Raketenantrieb nicht planmässig funktioniert. «VSS Unity» landete damals nach der Trennung vom Mutterschiff gleich wieder auf der Erde, ohne zuvor den Weltraum zu erreichen.

Den schwersten Rückschlag erlitt Bransons privates Space-Programm im November 2014, als das Vorgängermodell «SpaceShipTwo» bei einem Testflug über Kalifornien abstürzte und ein Pilot dabei ums Leben kam. Als mögliche Absturzursache wurde ein zu früher Einsatz des Sinkflugprogramms ausgemacht.

Richard Branson im Oktober 2019
Richard Branson im Oktober 2019 - AFP

Das Unternehmen plant in diesem Jahr weitere drei Testflüge, an einem will auch Branson teilnehmen. Die 18 Meter lange «VSS Unity»-Kapsel bietet zwei Piloten und sechs Passagieren Platz, ab 2022 soll sie Touristen ins All bringen. Insgesamt sollen sich schon mehr als 600 Menschen eines der rund 250 000 Dollar (etwa 205 000 Euro) teuren Tickets gekauft haben, darunter auch Prominente.

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