Viele Senioren verstehen Gesundheits-Infos im Netz nicht richtig
Seniorinnen und Senioren in der Schweiz nutzen das Internet rege für Gesundheitstipps. Doch die grosse Mehrheit kann laut einer neuen Studie die gefundenen Informationen nicht richtig einschätzen.

Vier von fünf Personen im Alter von über 60 Jahren nutzen einer Befragung der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zufolge das Internet, um das Verständnis über ihre Gesundheit zu verbessern, wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte.
Während viele Befragte angäben, Informationen online leicht zu finden und zu verstehen, falle ihnen die kritische Bewertung schwer. Insbesondere die Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit und die Relevanz für die eigene Situation bereiteten Mühe. Gemäss der Studie weisen 86 Prozent der Seniorinnen und Senioren eine eingeschränkte digitale Gesundheitskompetenz auf. Bei rund der Hälfte der Befragten sei die digitale Gesundheitskompetenz mangelhaft, bei einem weiteren Drittel problematisch. Besonders betroffen seien Menschen mit geringerer Bildung oder in einer schwierigen finanziellen Lage.
Die digitale Gesundheitskompetenz ist laut der FHNW umso geringer, je tiefer die formale Bildung, je angespannter die finanzielle Lage und je schlechter der von den Personen selbst eingeschätzte Gesundheitszustand ist.
Die Studie «Regional Health Promotion in an Age-Friendly Digital World in Switzerland» (ReDiH) lief von April 2023 bis März 2026 und wurde vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert. Sie basierte auf einer Befragung von 1325 Personen über 60 Jahren sowie auf Workshops.
Das Forschungsteam leitet aus den Ergebnissen mehrere Empfehlungen ab. Es brauche niederschwellige Lernangebote wie «Digital Cafés» und eine stärkere Begleitung durch Fachpersonen. Zudem sollten Anbieter von Plattformen zu mehr Transparenz und verständlichen Inhalten verpflichtet werden. Wichtig sei auch, dass analoge Informationskanäle weiterhin bestehen blieben.






