Schaut sie uns wirklich an?

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Frankreich,

Das Gefühl, das Porträt einer Person verfolge einen mit den Augen, ist keine Spinnerei. Benannt wurde der Effekt nach Mona Lisa. Aber trifft er auf sie auch zu?

Ein Ausschnitt der «Mona Lisa» von Leonardo Da Vinci. Schaut sie uns wirklich an oder nicht. Bild: Wikimedia Commons
Ein Ausschnitt der «Mona Lisa» von Leonardo Da Vinci. Schaut sie uns wirklich an oder nicht. Bild: Wikimedia Commons - Community

Das Wichtigste in Kürze

  • Oft fühlt man sich von einem Porträt wie der «Mona Lisa» von Leonardo Da Vinci regelrecht beobachtet.
  • Das als Mona-Lisa-Effekt bekannte Phänomen gibt es wirklich, aber nur, wenn der Blick in eine bestimmte Richtung geht.
  • Auf die «Mona Lisa» trifft der Effekt überraschenderweise aber gar nicht zu. Die Dame schaut zu weit nach rechts.

Hast du auch schon einmal das Gefühl gehabt, dass dich die Augen einer Person auf einem Foto oder Gemälde regelrecht verfolgen? Dass Du immer angeschaut wirst – egal, ob du auf das Porträt zugehst, oder daran vorbei?

Wenn ja, dann ist die Wissenschaft auf Deiner Seite: Das Gefühl angeschaut zu werden, hat man dann, wenn die Porträtierten geradeaus oder mit einem Winkel von maximal fünf Grad aus dem Bild heraus schauen. Egal, ob der Betrachter selbst seitlich oder frontal vor dem Bild steht.

Weil viele Betrachter auch bei der «Mona Lisa» das Gefühl haben, unter Beobachtung zu stehen, hat man das Phänomen Mona-Lisa-Effekt getauft. Zu Unrecht, wie sich nun herausstellt.

Denn Psychologen von der Universität Bielefeld fanden heraus, dass die Mona Lisa viel zu weit nach rechts schaut, um den gleichnamigen Effekt zu erzeugen. Die Forschenden baten 24 Testpersonen die «Mona Lisa» auf einem Bildschirm zu betrachten und anhand einer Skala einzuschätzen, wo die junge Frau hinschaut. Dabei untersuchten die Forschenden auch, ob verschiedene Bildausschnitte einen Einfluss auf die Bewertung hatten. Am Ende hatten sie 2000 einzelne Einschätzungen zusammen. Es stellte sich heraus: Der Blickwinkel, mit dem die Mona Lisa aus dem Bild schaut, beträgt im Schnitt 15,4 Grad – zu viel, um den Mona-Lisa-Effekt zu erzeugen. Eine Falschbezeichnung also.

Gut zu wissen, aber in ihrer Forschung geht es den Wissenschaftlern eigentlich um virtuelle Personen: Die Blickrichtung spielt nämlich eine wichtige Rolle, wenn es um die Gestaltung von Avataren in virtuellen Umgebungen geht – zum Beispiel in Assistenzprogrammen oder Computerspielen. Hier gehört die Blickrichtung eines Avatars zu seiner Körpersprache. So kann er mit seinem Blick auf ein Objekt im Raum hinweisen oder uns vermitteln, dass er aufmerksam ist und uns sprachlos sagen: Ich sehe dich.

Initiated by Gebert Rüf Stiftung

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