Pusten statt bluten: ETH-Gerät misst Fettverbrennung in Atemluft
Forschende der ETH Zürich haben ein tragbares Messgerät entwickelt, das den Fettstoffwechsel-Biomarker Aceton in der Atemluft fast so präzise nachweist, wie ein Massenspektrometer. Es lässt sich von Laien bedienen und erkennt, wann der Körper während einer Diät oder beim Sport damit beginnt, Fett zu verbrennen.

Das Gerät erinnere stark an die Alkoholtestgeräte, die von der Polizei bei Verkehrskontrollen eingesetzt werden, heisst es in einer Mitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich vom Mittwoch. Es könne im Zusammenspiel mit einer Smartphone-App von Laien zuverlässig bedient werden. So könnten Menschen ihren Fettstoffwechsel ohne professionelle Unterstützung und ohne Bluttests überwachen.
Dies könnte in Zukunft die Möglichkeit eröffnen, Diäten oder Behandlungen bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes sowie bei ketogenen – Kohlenhydrat-armen – Therapien, die beispielsweise zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden, genauer zu überwachen und auf einzelne Patienten abzustimmen, so die ETH Zürich weiter.
Dieses Aceton, welches das neu entwickelte Gerät in der Atemluft misst, ist ein Nebenprodukt des Fettstoffwechsels, das über die Lunge ausgeatmet wird. Es entsteht, wenn der Körper Fett anstelle von Kohlenhydraten wie Zucker verbrennt.
Das ETH-Spin-off Alivion AG hat das Gerät unter dem Namen «Nutrion» auf den Markt gebracht, wie die ETH Zürich weiter mitteilte. Derzeit werde «Nutrion» in internationalen Forschungsstudien und medizinischen Einrichtungen eingesetzt. Für die weitere Skalierung und die Erschliessung zusätzlicher Anwendungsfelder sucht Alivion demnach zusätzliche Industriepartner und strategische Investoren.






