Studie

    Mitgefühl entsteht im Laufe des zweiten Lebensjahres

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    Bern,

    In einer neuen Studie wurde erforscht, wann Kinder erstmals Mitgefühl entwickeln und wie die Eltern dieses fördern können.

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    Das Verhalten seiner Bezugspersonen ist laut einer neuen Studie entscheidend für die Fähigkeit eines Kinds, Mitgefühl zu empfinden. (Archivbild) - sda - Keystone/DPA/FERNANDO GUTIERREZ-JUAREZ

    Bereits mit 18 Monaten zeigen Kinder Mitgefühl für andere. In diesem Alter liessen sie in einer neuen Studie aus Deutschland durch ihre Mimik oder durch Äusserungen erkennen, dass sie vom Leiden eines anderen Menschen berührt werden.

    Wie empathisch Kinder reagieren, hängt von der Feinfühligkeit ihrer Bezugspersonen ab, wie die Ludwig-Maximilians-Universität München (D) am Dienstag mitteilte. Je feinfühliger die Mütter auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingingen, desto besser waren die Kinder schon im zweiten Lebensjahr in der Lage, mit Fremden Mitgefühl zu zeigen.

    Grundfähigkeit wird erst im zweiten Lebensjahr aufgebaut

    «Ein Kind könnte nicht überleben ohne feinfühlige Bezugspersonen, die mitfühlend handeln. Die Kinder lernen von ihnen, mit negativen Emotionen umzugehen. Dadurch sind sie in der Lage, das später selbst auch anzuwenden», wurde Studien-Hauptautor Markus Paulus in der Mitteilung zitiert. Damit zeige die Studie auch, dass Mitgefühl nicht angeboren sei, sondern sich im Kontext sozialer Interaktionen entwickle.

    Um Mitgefühl zu erfahren, muss ein Kind den Forschenden zufolge zwischen seinem Selbst und einem anderen Menschen unterscheiden können. Diese Fähigkeit entsteht erst im Laufe des zweiten Lebensjahres. Sie lässt sich zum Beispiel auch daran beobachten, dass Kinder sich im Spiegel erkennen.

    Kinder 1,5 Jahre begleitet

    Für die Studie, die in der Fachzeitschrift «Cognitive Development» veröffentlicht wurde, beobachtete das Team von Forschenden 127 Mutter-Kind-Paare über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren bei Verhaltensexperimenten.

    Zu vier unterschiedlichen Zeitpunkten wurden in spielerischen Situationen Zeichen des Mitgefühls der Kinder erfasst. Dabei beobachteten die Kinder, wie sich eine andere Person leicht anstiess und Schmerzen empfand. Verglichen wurde die Reaktion der Kleinen mit ihrem Verhalten, wenn sie sahen, wie eine andere Person lachte.

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