Mit dem Familiensinn halten es Giraffen fast so wie Elefanten

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    Südafrika,

    Die Sozialstruktur von Giraffen in Afrika ist neuen Erkenntnissen zufolge komplexer als bisher angenommen.

    Die Sozialstruktur von Giraffen in Afrika ist neuen Erkenntnissen zufolge komplexer als bisher angenommen. (Archivbild)
    Die Sozialstruktur von Giraffen in Afrika ist neuen Erkenntnissen zufolge komplexer als bisher angenommen. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/EPA ANP/KOEN VAN WEEL

    Das Wichtigste in Kürze

    • Laut einer Studie helfen «Grossmutter-Giraffen» auch bei der Sicherung des Nachwuchses.
    • Lange wurde angenommen, dass Giraffen keine Sozialstruktur hätten.

    Elefanten gelten in Afrikas Tierwelt als Gattung mit extrem ausgeprägtem Sozialverhalten und Familiensinn. Giraffen stehen den Dickhäutern allerdings kaum nach. Die Sozialstruktur von Giraffen in Afrika ist neuen Erkenntnissen zufolge komplexer als bisher angenommen.

    Eine im Fachjournal «Mammal Review» veröffentlichte Studie der englischen Universität Bristol zeigt, dass das soziale Netzwerk von starken Bindungen der Weibchen zum Nachwuchs auch nach der reproduktiven Phase geprägt ist. So helfen «Grossmutter-Giraffen» auch bei der Sicherung des Nachwuchses.

    Giraffe in Kenia
    Giraffe in Kenia - AFP

    Diese Erkenntnis über komplexe, mehrschichtige Verbandsstrukturen stehe im Gegensatz zu langjährigen Annahmen, so die Autoren, wonach Giraffen keine Sozialstruktur hätten. Erst seit der Jahrtausendwende ändere sich das Bild.

    Bestände um bis zu 40 Prozent verringert

    «Es ist erstaunlich, dass so eine ikonische, grosse und charismatische afrikanische Gattung so lange missverstanden wurde», meint Co-Autorin Zoe Miller. Sie hoffe, mit ihrer Arbeit das Bild der Giraffe als intelligentes, soziales Wesen neu zu prägen und so auch zum Überleben dieser Spezies beizutragen.

    In den vergangenen 30 Jahren haben sich die Bestände nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) um bis zu 40 Prozent verringert. Insgesamt gibt es nur noch knapp 70'000 Giraffen aller Arten in der Natur. Die Tendenz ist sinkend.

    Die Organisation stufte die mächtigen Wiederkäuer daher 2016 von «gefährdet» auf «bedroht» hoch. Demnach werden die Lebensräume der grössten Landsäugetiere mit den sanftmütigen Augen und den langen Wimpern immer kleiner.

    In freier Wildbahn leben die gefleckten Säuger mit ihrer unverwechselbaren Silhouette nur noch südlich der Sahara, vor allem in den Grassteppen Ost- und Südafrikas. Sie haben eine Lebenserwartung von etwa 25 Jahren.

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