Männer daten immer öfter hochgebildete Frauen
Laut einer Studie daten Männer immer öfters Frauen mit dem gleichen Bildungsniveau. Beim Einkommen bleibt das klassische Muster bestehen.

Das Wichtigste in Kürze
- Hochgebildete Männer haben immer häufiger eine hochgebildete Partnerin.
- Ein Grund könnte sein, dass es immer mehr Frauen mit Uni-Abschluss gibt.
- Durch die Anpassung steigt das Risiko für Männer mit niedriger Bildung, alleine zu bleiben.
Lange galt das Klischee: Frauen suchen Männer mit ähnlichem Bildungsstand, Männer suchen Frauen mit ähnlichem oder niedrigerem Bildungsstand. Vor 25 Jahren liess sich das mit Daten belegen.
Damals hatten 25 Prozent der Männer mit Uniabschluss eine Partnerin mit dem gleichen Bildungsniveau. Heute studieren Männer und Frauen gleich häufig. Führt das zu einem Problem auf dem Dating-Markt?
Soziologe Marco Giesselmann von der Uni Zürich untersuchte das und kam zum Schluss: Männer haben sich angepasst: Immer mehr haben eine Partnerin mit gleichem Bildungsniveau.
Dabei erwarteten Giesselmann und sein Team «eine Verdrängung von hochgebildeten Frauen aus dem Partner- oder Heiratsmarkt». Gegenüber «SRF» sagte er: «Proportional gibt es zu viele hochgebildete Frauen, sodass es nicht mehr aufgeht mit den Partnerschaften.»
Doch die Erwartung konnte mit den Daten nicht bestätigt werden, denn hochgebildete Männer haben heute oft eine hochgebildete Partnerin.
Neigungsänderung oder «aus der Not heraus»?
Deshalb: «Der Überhang an hochgebildeten Frauen wurde durch die veränderte Bereitschaft hochgebildeter Männer, eine hochgebildete Partnerin zu haben, quasi aufgefangen.»
Die Männer haben ihr Dating-Verhalten also angepasst. Die Motive dahinter sind unklar und lassen sich nicht aus den Daten ablesen. Giesselmann nennt zwei mögliche Gründe: «Aus der Not heraus» oder «auf Basis von Neigungsänderungen».
Beim Einkommen bleibt das klassische Muster
Eine andere Vermutung: Präferenztechnisch habe sich gar nicht viel verändert. Denn bei der Einkommensverteilung sehe man weiterhin das klassische Muster, erklärt Giesselmann: Der Mann verdient mehr als die Frau.
Das lasse sich auch bei vielen Beziehungen auf gleichem Bildungsniveau sehen. In Bezug auf das ökonomische Muster sagt Giesselmann: «Der Mann hat einen höheren Status als die Frau.»
Anpassungen gibt es aber nicht nur von den hochgebildeten Männern, sondern auch von jenen im mittleren Bildungssegment, erklärt der Soziologe
Einen «Verdrängungseffekt» lasse sich bei den Männern mit niedrigem Bildungsabschluss beobachten: Hier sei in den letzten 20 Jahren die Gefahr gestiegen, dass sie ohne Partnerinnen blieben.












