Höhere Bildung mindert Partnerchancen von Frauen nicht
Hochgebildete Frauen sind auf dem Partnermarkt weiterhin erfolgreich. Trotz des stark gestiegenen Anteils von Frauen mit Hochschulabschluss finden sie meistens einen Partner, wie eine Studie der Universität Zürich zeigt.

Über 80 Prozent der Frauen mit Hochschulabschluss im Alter zwischen 30 und 40 Jahren leben in einer Partnerschaft, wie die Universität Zürich (UZH) in einer Mitteilung vom Dienstag erklärt.
Für die Studie, die im «Swiss Journal of Sociology» veröffentlicht wurde, werteten die Forschenden Daten des Schweizer Haushalt-Panels (Swiss Household Panel) aus den Jahren 1999 bis 2024 aus. Der Anteil der 30- bis 40-jährigen Akademikerinnen hat sich in der Schweiz innert dieser 25 Jahre verdreifacht: von 20 Prozent auf 60 Prozent.
Dass Frauen heute im Durchschnitt höher gebildet sind als Männer, hat ihre Beziehungschancen laut der Studie jedoch nicht geschmälert. Im Gegenteil: Die Quote der liierten Akademikerinnen stieg über den Untersuchungszeitraum sogar leicht an.
«Dieses Ergebnis hat uns überrascht. Wir hätten einen anderen Trend erwartet», wurde Studienautor Marco Giesselmann in der Mitteilung zitiert.
Männer passen sich an
Der Wandel auf dem Partnermarkt zeigt sich vor allem im Beziehungsleben der Männer: Lebte 1999 nur ein Viertel der Männer mit Hochschulabschluss mit einer ebenso gebildeten Frau zusammen, ist dies heute das dominierende Muster. Auch Männer mit mittlerem Bildungsstand wählen zunehmend höher gebildete Partnerinnen.
Das Nachsehen haben Männer mit tiefer Bildung: Ihr Risiko, partnerlos zu bleiben, hat sich in den letzten 25 Jahren nahezu verdreifacht. Da ihr Anteil an der Bevölkerung jedoch kontinuierlich sinkt, schrumpft diese Gruppe seit Jahren.
Die Ergebnisse liefern gemäss der Universität auch Anhaltspunkte für die Debatte über sinkende Geburtenraten. Schwierigkeiten bei der Partnersuche dürften dafür kaum ausschlaggebend sein.






