Im letzten Eiszeitalter war es sechs Grad kälter als heute

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    Uster,

    Ein internationales Forschungsteam hat das letzte Eiszeitalter untersucht. Dabei enthüllten sie, dass es in Wirklichkeit kälter war als bisher gedacht.

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    Für die neusten Forschungen zur letzten Eiszeit wurden auch Wasserproben aus Uster ZH benutzt. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der letzten Eiszeit war es kälter, als bisher vermutet.
    • Das enthüllt ein internationales Forschungsteam.
    • Dabei wurden auch Wasserproben aus Uster ZH verwendet.

    Die letzte Eiszeit war deutlich kälter als bisher angenommen. Das berichten Forschende aus der Schweiz, Deutschland und den USA am Mittwoch im Fachmagazin «Nature». Für ihre Analysen griffen sie auf das «Edelgas-Thermometer» zurück.

    Während des Höhepunkts der letzten Eiszeit waren weite Teile der Nordhalbkugel von Gletschern bedeckt. Zuverlässige Temperaturrekonstruktionen beruhen meist auf Daten aus Eisbohrkernen in hohen Breiten. Doch die Temperaturen für mittlere und niedere Breiten im Eiszeitalter sind mit grossen Unsicherheiten behaftet.

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    Ein internationales Forschungsteam hat die Temperaturen im letzten Eiszeitalter genauer unter die Lupe genommen. (Symbolbild) - Keystone

    Um dieses lückenhafte Bild zu füllen, analysierte das internationale Forschungsteam uralte Grundwässer. Denn die in ihnen gelösten, chemisch inerten Edelgase zeichnen nach, welche Temperaturen herrschten, als das Wasser im Boden versickerte. Die Studie lief unter der Leitung von Alan Seltzer von der US-amerikanischen Woods Hole Oceanographic Institution. Das Wasserforschungsinstituts Eawag war ebenfalls bei den Forschungen zum Eiszeitalter beteiligt.

    Eiszeitalter: Wasserproben aus Uster

    Das Team untersuchte neu erhobene und vorhandene Grundwasserdaten aus aller Welt systematisch und nach einem weltweiten Standard. In die Analyse flossen gemäss der Eawag auch Grundwasserdaten aus Uster ZH ein.

    Mit relativen Datierungsmethoden erstellten die Forschenden eine Temperaturkurve. Der tiefste Wert in dieser Kurve entspricht dem Höhepunkt der letzten Eiszeit, dem Last Glacial Maximum (LGM).

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    Ortsschild der Gemeinde Uster. - Nau.ch / Manuel Walser

    Demnach lag die globale Durchschnittstemperatur rund sechs Grad tiefer als heute. Also statt bei wohligen 14 Grad bei rund acht Grad. Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass die Temperaturen nur etwa zwischen drei und fünf Grad tiefer lagen.

    Keine guten Nachrichten

    Die Resultate decken sich gut mit neuen Auswertungen aus fossilem Meeresplankton. Diese gehen auch davon aus, dass das Klima empfindlicher ist gegenüber dem CO2-Gehalt in der Atmosphäre als früher vermutet.

    Das seien keine gute Nachricht in Bezug auf die künftige globale Erwärmung. Das sagte der Umweltphysiker Werner Aeschbach von der Universität Heidelberg gemäss den beteiligten Institutionen. Denn die Erde dürfte sich demnach noch stärker aufheizen als bisherige Schätzungen erwarten liessen.

    Die neuen Ergebnisse stärkten das Vertrauen in neue Klimamodelle, die von einer starken Abkühlung während der letzten Eiszeit ausgehen. Dieser Meinung ist Umweltchemiker Rolf Kipfer von der Eawag.

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