ETH Zürich zeichnet Chemiker Jeremy Richardson aus
Ein Chemiker der ETH Zürich hat ein Rätsel gelöst: Jeremy Richardson zeigte, wie Atome «tunneln» und unmögliche Reaktionen ermöglichen. Dafür verleiht ihm die Hochschule den mit 200'000 Franken dotierten Rössler-Preis.

Mit seinen Berechnungen wies er nach, dass auch schwere Atome wie Sauerstoff quantenmechanische Hindernisse untertunneln können, wie die ETH Zürich am Mittwoch mitteilte.
Dieses Phänomen erklärt, warum bestimmte chemische Prozesse in der Realität viel schneller ablaufen, als es die gängige Theorie erlaubt. Ein Beispiel ist der Übergang von Singulett-Sauerstoff in den stabileren Triplett-Zustand. Theoretisch würde dies Billionen von Jahren dauern, in Wirklichkeit geschieht es in Mikrosekunden. Richardson entwickelte mathematische Modelle, um diese Prozesse berechenbar zu machen.
Richardson stammt aus Wales und kam vor zehn Jahren als Assistenzprofessor für theoretische Chemie an die ETH Zürich.
Der Rössler-Preis wird jährlich an herausragende junge Professorinnen und Professoren verliehen. Gestiftet wurde er 2008 vom ETH-Alumnus Max Rössler, der der Stiftung zehn Millionen Franken vermachte.










