Die Plattform, die tausend Antikörpertests gleichzeitig durchführt

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    Genève,

    Schweizer Forschende haben einen Antikörpertest entwickelt, der über tausend Proben auf einmal analysieren kann. Für den Corona-Nachweis reicht ein Bluttropfen.

    Blutproben in einem Diagnostiklabor. Foto: Matthias Balk/dpa
    Blutproben in einem Diagnostiklabor. Foto: Matthias Balk/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mit der neuen Methode lassen sich 1024 Corona-Antikörper-Messungen parallel durchführen.
    • Ein Pieks in den Finger reicht, um den für den Test benötigten Blutstropfen zu sammeln.
    • Der Test erreichte eine Spezifität von 100 Prozent und eine Sensitivität von 98 Prozent.

    Schweizer Forschende haben einen Antikörpertest entwickelt, der mehr als tausend Proben auf einmal analysieren kann, wie die im Fachmagazin «PNAS» berichten. Für den Nachweis einer durchgemachten Infektion mit dem Coronavirus reicht ein winziger Tropfen Blut. Antikörpertests weisen darauf hin, ob das Immunsystem Antikörper als Antwort auf eine Corona-Infektion gebildet hat. Mit ihnen lässt sich so etwa die Durchseuchung in der Bevölkerung bestimmen oder die Immunantwort auf Impfstoffe.

    Forschende der ETH Lausanne (EPFL), der Uni Genf und des Universitätsspitals Genf (HUG) entwickelten nun eine Methode, um 1024 Messungen parallel durchzuführen. Ein Pieks in den Finger reicht demnach, um den für den Test benötigten Blutstropfen zu sammeln. Der Vorteil des neuen Tests: Herkömmliche Antikörpertests brauchen relativ teure Reagenzien, wie die Institutionen am Montag mitteilten. Ebenfalls müssen Fachleute das Blut abnehmen.

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    Eine Frau zeigt in einem Labor einen Test für das Coronavirus. - dpa

    Basierend auf Blutproben von 155 Menschen, die bereits eine Infektion durchgemacht hatten, sowie 134 negativen Proben erreichte der Test eine Spezifität von 100 Prozent und eine Sensitivität von 98 Prozent, wie die Forschenden berichten. Das heisst, der Test spukte keine falsch-positiven Resultate aus, und entdeckte fast alle tatsächlich positiven Proben.

    «Etwa 0,5 Franken pro Test»

    Die Plattform besteht aus einem Netzwerk von winzigen Röhren, die in einen kleinen Kunststoffchip eingraviert sind. Wenn Antikörper gegen Sars-CoV-2 in einer Blutprobe vorhanden sind, erzeugt ein Molekül ein Signal, das unter dem Mikroskop als fluoreszierendes Leuchten nachgewiesen werden kann.

    «Wenn man eine Überschlagsrechnung macht und alles berücksichtigt, einschliesslich der Lohnkosten und der Kosten für Reagenzien, kommen wir auf etwa 0,5 Franken pro Test», liess sich der EPFL-Forscher Sebastian Maerkl zitieren. Das Blutentnahme-Kit würde schätzungsweise um die zehn bis zwanzig Franken kosten, sagte er gegenüber Keystone-SDA.

    Die Methode spukte auch verlässliche Resultate aus, wenn das Blut getrocknet und etwa eine Woche bei Raumtemperatur gelagert wurde. So sieht die Genfer Virologin Isabella Eckerle beispielsweise in den Tests ein Potential für Seroprävalenzstudien in Afrika südlich der Sahara, wo es keine ausreichenden Laborkapazitäten gebe. Auch mache es die schnelle und fast schmerzlose Blutentnahme attraktiv, Antikörpertests in Kindergärten oder Kindertagesstätten durchzuführen.

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