Bericht zeigt koloniale Vergangenheit von Baselbietern

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Liestal,

Auch der Kanton Basel-Landschaft und seine Bewohnerinnen und Bewohner waren Teil der kolonialen Geschichte.

Der Historiker Andreas Zangger hatte im Staatsarchiv Baselland, in regionalen, nationalen und internationalen Archiven zum Kolonialismus im Baselbiet recherchiert. (Symbolbild)
Der Historiker Andreas Zangger hatte im Staatsarchiv Baselland, in regionalen, nationalen und internationalen Archiven zum Kolonialismus im Baselbiet recherchiert. (Symbolbild) - Handout Staatsarchiv BL

Auch der Kanton Basel-Landschaft und seine Bewohnerinnen und Bewohner waren Teil der kolonialen Geschichte. Ein am Dienstag veröffentlichter Untersuchungsbericht zeigt vielfältige Verflechtungen auf.

Der von der Regierung und dem Landrat in Auftrag gegebene Untersuchungsbericht kommt zum Schluss, dass die koloniale Verflechtung des Kantons insgesamt nicht besonders stark ausgeprägt war, wie die Landeskanzlei mitteilte.

Dennoch seien verschiedene Baselbieter an der Ausbeutung von Versklavten und am Handel mit Versklavten beteiligt gewesen. Andere hätten sich zum Teil an der rücksichtslosen Ausbeutung der Bevölkerung und der Natur in den Kolonien beteiligt.

Baselbieterinnen und Baselbieter waren in den europäischen Kolonien als Söldner, Kolonialbeamte, Kaufleute, Plantagenmanager, Minenpersonal unterwegs. Sie waren gemäss Mitteilung aber auch als Siedlerinnen und Siedler sowie als Missionarinnen und Missionare, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder als Lehrerinnen und Lehrer tätig. Die Intensität der Involvierung unterscheide sich erheblich, heisst es weiter. Die meisten Personen seien indirekt beteiligt gewesen.

Aber es seien auch Kaufleute am Sklavenhandel beteiligt gewesen. So beispielsweise Daniel Rosenmund-Berri (1811–1869), der an der Zuckerwirtschaft und anderen Plantagen im Nordosten und Norden Brasiliens mitbeteiligt war. Dort habe er Versklavte als Arbeitskräfte eingesetzt und sei in der Sklavenwirtschaft involviert gewesen.

Typischer für lokale koloniale Verbindungen sei Benedikt Banga (1802-1865), heisst es weiter. Als Erziehungsrat und Gründer des Kantonsmuseums sei er bestrebt gewesen, die Museumsbestände mit Objekten aus der kolonialen Welt anzureichern.

Der Historiker Andreas Zangger hatte während über einem Jahr im Staatsarchiv BL, in regionalen, nationalen und internationalen Archiven recherchiert. Der Bericht beleuchtet die Rolle von Baselbieterinnen und Baselbietern zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert und enthält zahlreiche bislang wenig bekannte Fallbeispiele. Prominente Figuren wie Johann August Sutter, General Sutter, würden kritisch eingeordnet.

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Kommentare

User #3302 (nicht angemeldet)

Diese sich endlos wiederholende Literaturgattung kann kurz zusammengefasst werden: das Schluchzen des weißen Mannes (so der Titel des Buches von Pascal Bruckner, geschrieben schon vor Jahrzehnten, wenn ich mich nicht täusche).

User #2143 (nicht angemeldet)

Zum Fenster rausgeworfene Steuergelder.

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