Archäologen finden lange gesuchten Adelssitz in Gelterkinden BL
Die Archäologie Baselland hat das lange gesuchte Weiherhaus in Gelterkinden identifiziert. Es handelt sich dabei um einen Adelssitz aus dem 14./15. Jahrhundert. Das Steingebäude ist mittlerweile freigelegt, wie die Archäologie Baselland am Montag mitteilte.

Während 90 Jahren stand die Vermutung im Raum, dass sich das Haus der Herren von Gelterkinden an der heutigen Rünenbergerstrasse befinden sollte. Im Jahr 1936 entdeckte der Kunstmaler und Heimatforscher Fritz Pümpin dort Mauerteile. Er schloss daraus, dass es sich dabei um das Weiherhaus handeln muss, welches der Chronist Aegidius Tschudi um 1540 als Ruine beschrieben hatte.
Weitere Gebäudeteile kamen im Jahr 2021 zum Vorschein, doch die Spuren erlaubten keine fundierte Datierung und Deutung des Bauwerks. Nun aber sieht die Sachlage anders aus: Seit November ist die Archäologie Baselland daran, das Gebäude freizulegen. Es ist 14 Meter breit und mindestens 18 Meter lang, wie es im Communiqué heisst. Der Adelssitz war von einem Wassergraben umgeben.
Das Fachteam identifizierte es als Weiherhaus, welches den Herren von Gelterkinden als Ersatz für die 1320 aufgegebene Burg Scheidegg diente, wie es weiter heisst. Mit Wassergräben geschützte Adelssitze waren in den Baselbieter Tälern des Spätmittelalters verbreitet. Manche von ihnen wurden zu veritablen Schlössern ausgebaut, etwa in Pratteln, Binningen und Bottmingen.
Das Weiherhaus in Gelterkinden fiel jedoch im 15. Jahrhundert einem Brand zum Opfer. Wie es dazu kam, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen, wie es weiter heisst.






