Der zyprische Aussenminister Nikos Christodoulidis hat am Sonntag seinen Rücktritt bekannt gegeben.
Nikos Christodoulidis
Nikos Christodoulidis - keystone

Der 48-Jährige erklärte dies mit seinem Wunsch, Präsident der EU-Inselrepublik zu werden. «Ich verheimliche nicht, dass mich eine Kandidatur für die Wahlen 2023 interessieren würde», sagte Christodoulidis in einem Statement im Aussenministerium in Nikosia. Einzelheiten werde er zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben, so der Politiker der konservativen Partei Demokratische Gesamtbewegung (DISY).

Der amtierende konservative Staatspräsident Nikos Anastasiades will nach eigenen Angaben nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren.

Obwohl die Wahlen erst in 13 Monaten stattfinden sollen, hat der Wahlkampf praktisch bereits begonnen. Auch DISY-Chef Averof Neofytou will kandidieren. Damit ist die stärkste Partei Zyperns tief gespalten. Kandidaturen von Politikern anderer Parteien sind bislang nicht bekanntgegeben worden.

Das Staatsoberhaupt auf Zypern wird direkt vom Volk gewählt, stellt und führt die Regierung. Wer neuer Aussenminister Zyperns wird, war zunächst unklar.

Egal wer an die Macht kommt, das zentrale Thema für den neuen Präsidenten dürfte nach Meinung von Analysten die Wiedervereinigung der Insel sein. Zypern ist seit 1974 geteilt. Im Norden der Insel gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die gesamte Insel ist seit 2004 EU-Mitglied. EU-Recht gilt aber nur im von der Republik Zypern beherrschten Süden.

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