Zweimonatiger Tankrabatt soll Spritpreis in Deutschland senken

Keystone-SDA
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Deutschland,

Ein Tankrabatt soll ab Anfang Mai für zwei Monate die Autofahrer und Unternehmen in Deutschland von den hohen Spritpreisen entlasten. Die Steuern auf Diesel und Benzin werden bis Ende Juni um rund 17 Cent pro Liter gesenkt. Deutschlands Parlament, der Bundestag, stimmte der Senkung der Energiesteuersätze zu. Auch die Kammer der Bundesländer, der Bundesrat, gab in einer Sondersitzung grünes Licht.

getankt
Auto wird getankt – das kann teuer werden. - keystone

Den Staat kostet die Massnahme rund 1,6 Milliarden Euro. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Spritreise stark gestiegen und liegen trotz eines zwischenzeitlichen Rückgangs noch immer weit über ihren Niveaus vor Kriegsausbruch.

Mitte April hatten die Spitzen der schwarz-roten Koalition vorübergehende Steuersenkungen für Autofahrer vereinbart. Deutschlands Finanzminister Lars Klingbeil sagte in Berlin: «Das ist ein wichtiges Signal für die Bürgerinnen und Bürger, dass wir sie in dieser Krise nicht im Stich lassen.»

Für einen durchschnittlichen Autofahrer dürfte der Rabatt in den zwei Monaten einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag bringen. Ministerpräsidenten forderten im Bundesrat weitere Entlastungen.

In einem ersten Massnahmenpaket war beschlossen worden, dass Tankstellen nur noch einmal täglich, und zwar um 12 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Ausserdem bekam das Kartellamt mehr Befugnisse. Einen durchschlagenden Effekt auf die Preise hatten diese Massnahmen zunächst aber nicht.

Klingbeil, der Vizekanzler und Chef der sozialdemokratischen SPD, pocht auf die Weitergabe der Sprit-Steuersenkung: «Natürlich werden wir sehr genau darauf achten, dass die Konzerne diese Entlastung weitergeben.» Dies sei auch seine klare Erwartung.

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hat angekündigt, dass die volle Steuerersparnis weitergegeben werden soll – wies aber darauf hin, dass dies auch von anderen Preisentwicklungen überlagert werden kann.

Für den Tankrabatt stimmten im Bundestag 453 Abgeordnete. 134 stimmten mit Nein bei einer Enthaltung. Auch die rechtspopulistische AfD, die zweitstärkste Fraktion im deutschen Parlament, hatte zuvor angekündigt, der Steuersenkung zuzustimmen. Allerdings nannte der AfD-Politiker Kay Gottschalk den Tankrabatt einen «Tropfen auf den heissen Stein». Der Grünen-Politiker Andreas Audretsch kritisierte, der Tankrabatt befeure den Verbrauch fossiler Energien.

Die Ölpreise waren wegen der Blockade der für den Ölhandel wichtigen Strasse von Hormus stark gestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags lagen sie laut ADAC für Super E10 bei 2,074 Euro pro Liter, für Diesel bei 2,150 Euro. Das waren rund 30 beziehungsweise rund 40 Cent mehr als vor Kriegsbeginn.

Einen Tankrabatt gab es vorübergehend bereits im Jahr 2022 als Reaktion auf die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöste Energiepreiskrise. Damals wurde die Steuer auf Benzin um 35 Cent gesenkt, bei Diesel um 17 Cent.

Der Bundestag ebnete ausserdem den Weg für eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1000 Euro, die Arbeitgeber bis zum 30. Juni 2027 zur Abfederung gestiegener Preise an Beschäftigte zahlen können. Im Bundesrat soll dies am 8. Mai beraten werden. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung von Arbeitgebern.

Wirtschaftsverbände reagierten sehr zurückhaltend. Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Peter Adrian sagte, die Prämie wecke eine breite Erwartung auf Sonderzahlungen durch Unternehmen, die diese in der akuten Krisenphase überhaupt nicht stemmen könnten. Das schaffe zusätzliche Konflikte.

Umstritten sind in der deutschen Regierung weitere Massnahmen, falls der Iran-Krieg länger anhalten sollte und es zu weiteren Belastungen der Verbraucher kommt. Die Inflationsrate ist bereits gestiegen. Die Bundesregierung halbierte zudem ihre Konjunkturprognose und rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Mini-Wachstum von 0,5 Prozent.

Kommentare

User #4914 (nicht angemeldet)

Und im Juli heulen dann alle wieder rum

User #3125 (nicht angemeldet)

Von dem kann der Schweizer nur Träumen!

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