Beim zweiten Grubenunglück in Polen binnen weniger Tage sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.
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Bild von Juni 2020 - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Zweites Grubenunglück binnen weniger Tage.

Acht weitere Grubenarbeiter werden nach dem Erdbeben im Zofiowka-Kohlebergwerk im Süden des Landes noch vermisst, wie der Grubenbetreiber JSW am Sonntag mitteilte. Erst am Mittwoch waren bei einer Methangasexplosion in einem ebenfalls von JSW betriebenen Bergwerk im südpolnischen Pniowek mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, sieben weitere gelten als vermisst.

Am Samstag hatten Rettungskräfte vier der in der Zofiowka-Mine verschütteten Grubenarbeiter lokalisiert. Rettungskräften gelang es nach Angaben von JSW, am Sonntag kurz hintereinander zwei der Arbeiter zu bergen. Ein Arzt habe aber nur noch den Tod der Männer feststellen können, erklärte die Betreiberfirma. Zu den zwei anderen bereits lokalisierten Vermissten gebe es keinen Kontakt.

«Weitere Rettungskräfte versuchen nach wie vor, die Belüftung in den Grubenschachten wieder herzustellen, um die anderen sechs Grubenarbeiter zu erreichen und sie zu bergen, sobald sie gefunden wurden», hiess es in der JSW-Mitteilung.

Das Erdbeben in der Zofiowka-Mine hatte sich nach Angaben der Betreiberfirma in der Nacht zum Samstag gegen 03.40 Uhr in einer Tiefe von 900 Metern ereignet. In der Folge trat in dem Bergwerk Methangas aus. 42 der insgesamt 52 Bergleute, die sich zum Unglückszeitpunkt unter Tage befanden, konnten unversehrt an die Oberfläche zurückkehren.

Die Zofiowka-Mine war bereits 2018 Schauplatz eines Grubenunglücks. Damals starben nach einem Erdbeben in dem Bergwerk fünf Grubenarbeiter.

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki äusserte sich am Samstag bestürzt über das neuerliche Unglück. Die Nachrichten über das Beben in dem Bergwerk seien «verheerend», erklärte er.

Erst am Mittwoch hatte das Grubenunglück in Pniowek die Menschen in Polen erschüttert. In dem Kohlebergwerk hatte sich kurz nach Mitternacht in rund tausend Metern Tiefe eine Methangasexplosion ereignet. Eine zweite Explosion folgte, als sich bereits Rettungskräfte am Unglücksort befanden. Durch die Explosionen wurden fünf Menschen getötet, darunter eine Rettungskraft. 20 weitere Menschen erlitten teils schwere Verletzungen.

Die Suche nach den sieben Vermissten wurde nach einer erneuten Detonation am Freitag abgebrochen. JSW-Chef Tomasz Cudny nannte es «verantwortungslos», den Einsatz der Rettungskräfte fortzusetzen.

Polen gewinnt immer noch etwa 70 Prozent seiner Energie aus Kohle. Im Bergbau-Sektor des Landes arbeiten fast 80.000 Menschen.

In den vergangenen Jahren ereigneten sich in dem Land eine Reihe von Grubenunglücken. So kamen vergangenes Jahr beim Einsturz einer Mauer unter Tage in der südpolnischen Myslowice-Wesola-Mine zwei Männer ums Leben, zwei weitere wurden verletzt.

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