Zahl der Arbeitslosen im Januar saisonbedingt gestiegen

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Deutschland,

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar um knapp 200.000 auf 2,426 Millionen Menschen gestiegen.

Arbeitsagentur in Hannover
Arbeitsagentur in Hannover - dpa/dpa/picture-alliance

Das Wichtigste in Kürze

  • BA-Chef Scheele: Arbeitsmarkt auch zum Jahresbeginn insgesamt «robust».

Zu dem Anstieg im Vergleich zum Dezember kam es vor allem saisonbedingt durch die Winterpause, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mitteilte. Allerdings hinterlasse auch die anhaltende konjunkturelle Schwächen weiter Spuren.

BA-Chef Detlef Scheele sagte, der Arbeitsmarkt insgesamt zeige sich «aber auch zum Jahresbeginn robust.» Ein Anstieg im Januar ist auch in dieser Grössenordnung üblich, in Aussenberufen wie etwa am Bau fallen Jobs weg, auch im Einzelhandel durch das beendete Weihnachtsgeschäft.

Allerdings waren im Januar 20.000 Menschen mehr arbeitslos als im Januar vor einem Jahr. In der lange anhaltenden Boomphase des Arbeitsmarkt verringerte sich die Vorjahresarbeitslosigkeit stetig.

Die Arbeitslosenquote lag bei 5,3 Prozent, 0,4 Prozentpunkte mehr als im Dezember. Scheele sagte, die Arbeitskräftenachfrage sei aber stabil. Es sei die wirklich gute Nachricht des Januar, dass der Rückgang der Arbeitskräftenachfrage zum Stillstand gekommen sei.

Nach den jüngsten der Bundesagentur vorliegenden Zahlen bezogen im November 96.000 Menschen Kurzarbeitergeld. Nach Schätzungen der Behörde dürfte diese Zahl im Januar mit 107.000 höher gelegen haben, für Februar sei mit einem Anstieg um weitere 10.000 Kurzarbeiter zu rechnen, sagte der BA-Chef. Das Niveau liege damit über den Jahren 2013 und 2014, wo sich die Schuldenkrise etwa in Griechenland oder Italien auch am deutschen Arbeitsmarkt bemerkbar machte.

Scheele sagte, die Lage sei dennoch «deutlich entspannter» als damals. So gebe es fast fünf Millionen mehr Menschen in Deutschland, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Dadurch seien die Relationen deutlich günstiger.

Scheele begrüsste auch die Beschlüsse des Koalitionsausschusses zu einer Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate, wenn die verlängerte Auszahlung mit einer Weiterbildung verbunden wird. «Wir finden es vernünftig, die Verlängerung zu ermöglichen.» Es sei auch vernünftig, dies mit Qualifizierung zu verbinden. «Finanziell überfordert uns das nicht.»

Auch im nun unmittelbar bevorstehenden Brexit sieht der BA-Chef keinen Anlass zur Sorge. «Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt eher begrenzt und von temporärer Zeit sind.» Es gebe keinen Grund zur Panik. «Da kann man relativ beruhigt in die Zukunft gucken.»

Scheele sagte, dass das Volumen des Aussenhandels zwischen Deutschland und Grossbritannien zu gering sei, um nachhaltige Störungen des deutschen Arbeitsmarkts zu erzeugen. Betroffen seien etwa 450.000 bis 460.000 Arbeitsplätze. Das bedeute aber nicht, dass diese Jobs wegfallen, sondern das gesehen werden müsse, wie nach dem Brexit weiter gemacht werde. Die BA erwarte, dass sich mögliche Auswirkungen recht schnell wieder ausgleichen werden.

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