Zahl der antisemitischen Übergriffe in Frankreich stark gestiegen

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    Die Zahl der antisemitischen Übergriffe in Frankreich ist nach Angaben der Regierung in den ersten neun Monaten des Jahres um fast 70 Prozent gestiegen.

    Antisemitismus
    Antisemitismus kommt immer häufiger vor – so wie hier auf einem jüdischen Friedhof in Frankreich. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Frankreich häufen sich die Fälle von Antisemitismus.
    • Seit Jahresbeginn stieg die Zahl solcher Übergriffe um fast 70 Prozent.

    Der französische Premierminister Edouard Philippe schrieb heute Freitag auf Facebook, jeder Angriff auf einen jüdischen Mitbürger klinge «wie ein neuer Kristallbruch». Er spielte damit auf die Reichspogromnacht in Deutschland vor 80 Jahren an, die früher in Deutschland auch «Reichskristallnacht» genannt worden war.

    «Wir sind sehr weit davon entfernt, mit dem Antisemitismus abgeschlossen zu haben», schrieb Philippe. Nachdem antisemitische Übergriffe in den vergangenen zwei Jahren rückläufig gewesen seien, seien sie in den ersten drei Quartalen 2018 um «mehr als 69 Prozent gestiegen».

    Ermordung von Holocaust-Überlebender

    Angriffe auf jüdische Kinder und die Ermordung einer 85-jährigen Holocaust-Überlebenden in ihrer Wohnung in Paris hatten zuletzt in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Im vergangenen Jahr gab es nach offiziellen Angaben 311 antisemitische Übergriffe. Das waren sieben Prozent weniger als 2016. Einen Höchststand hatte es 2015 gegeben.

    Der Vorsitzende des jüdischen Dachverbandes Crif, Francis Kalifat, nannte die Zahlen «keine Überraschung». «Der Antisemitismus ist in unserem Land tief verankert. Wir erreichen ein Niveau, das unerträglich ist», betonte er. Der Hass auf Juden sei wie ein «Krebsgeschwür, das unsere Gesellschaft vergiftet».

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