Unwetter

    Wetterdienst: Unwetter an vielen Orten «mindestens Jahrhundertereignis»

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    Deutschland,

    Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands fiel nach einer ersten ausführlicherer Bewertung des Deutschen Wetterdienst (DWD) binnen Stunden oder Tagen häufig doppelt so viel Regen wie sonst üblichweise im ganzen Monat Juli.

    Einsatzkräfte nutzen ein Schlauchboot zum Überqueren der Ahr
    Einsatzkräfte nutzen ein Schlauchboot zum Überqueren der Ahr - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Meteorologen legen Ereignisbericht vor - Lokale Unwetter am Wochenende möglich.

    Die Unwetterlage der vergangenen Woche sei in vielen Gegenden «mindestens als Jahrhundertereignis» einzustufen, hiess es einem am Donnerstag in Offenbach vom DWD veröffentlichten Sonderbericht zu den Eregnissen. Vielfach sei diese Marke sogar noch «sehr deutlich überschritten» worden.

    So fielen laut Auswertung des DWD im Einzugsbereich des Flusses Ahr in Rheinland-Pfalz am Mittwoch binnen 24 Stunden örtlich bis zu 147 Liter Regen pro Quadratmeter. Das Ahrtal gehört zu den am schwersten verwüsteten Flutgebieten. Ähnliche Regenmengen oder sogar noch mehr fielen am Mittwoch innerhalb von 24 Stunden unter anderem auch im Einzugsbereich der Flüsse Erft, Kyll und Mosel sowie der Wupper und der Rur im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

    Insgesamt registrierte der Wetterdienst in den Unwettergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen dabei «weitflächig» Niederschlagsmengen von mehr als 100 Litern pro Quadratmetern binnen 72 Stunden, teilweise mehr als 150 Liter. Die gigantischen Regenmengen des Tiedruckgebiets «Bernd» trafen dabei nach Angaben der Experten auf durch anhaltende Niederschläge oft vollständig gesättigte Böden, die kein weiteres Wasser mehr aufnehmen konnten.

    Dies und die Tatsache, dass die extremen Regenfälle ausgerechnet in einer Mittelgebirgsgegend niedergingen, habe zur «Potenzierung der Schadenswirkung» geführt, erklärte der DWD. Enge Flusstäler in der Region hätten die Wassermassen «kanalisiert». Beim Abzug des Tiefdruckgebiets nach Südosten habe sich dies in Sachsen und Bayern wiederholt, wo es ebenfalls Überschwemmungen gab.

    Zugleich wies der DWD darauf hin, dass Deutschland bereits seit Mai von einer ganzen Serie solcher Extremregenfälle heimgesucht wird. Die Saison gehe noch bis September. «Es ist also davon auszugehen, dass noch weitere Ereignisse in 2021 hinzukommen werden.» Grundsätzlich liessen Klimaprojektionen zudem erwarten, dass die Niederschlagsmengen in Deutschland bei längerandauernden Starkregenereignissen über mehrere Tage weiter ansteigen würden.

    Bereits zum Wochenende muss in Deutschland laut Wetterdienst erneut mit Gewittern und starken Regenfällen gerechnet werden. Dabei besteht am Samstag zumindest örtlich auch Unwettergefahr durch kräftige Niederschläge, Hagel und Sturmböen. Davon betroffen sind unter anderem auch die Katastrophengebiete im Westen. So werden in Rheinland-Pfalz tagsüber einzelne kräftige Gewitter erwartet.

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