Die weltweiten Lieferprobleme dürften noch eine Weile anhalten. Chinesische Häfen und US-Güterzüge kämpfen mit Problemen.
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Ein Schiff liegt an einem automatisierten Containerschiffterminal, das zu den grössten dieser Art in der Welt gehört. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Containerschiffe stauen sich vor den Häfen.
  • Die Probleme haben bereits im Frühling mit der Blockade im Suezkanal begonnen.

Containerschiffe stauen sich vor den Häfen, die Preise für Frachtcontainer gehen durch die Decke; weltweit gibt es Probleme in den Lieferketten. Was im Frühling mit der Havarie des Schiffs «Ever given» im Suezkanal begann, geht nun mit Problemen in chinesischen Häfen oder bei US-Güterzügen weiter.

Zu spüren bekommt dies auch der Schwyzer Logistikkonzern Kühne+Nagel. Er hat im zweiten Quartal 2021 zwar ein starkes Ergebnis hingelegt und von einer starken Nachfrage profitiert. Doch musste sich die Firma - wie die gesamte Branche - mit schwer planbaren Lieferketten herumschlagen.

«Ever Given» am Anfang des Problems

«Seit Anfang Jahr gab es eine Erschwernis nach der anderen in der Lieferkette», sagte der Finanzchef des Unternehmens, Markus Blanka-Graff, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP am Dienstagmorgen im Anschluss an die Publikation der Zahlen zum zweiten Quartal.

Blanka-Graff verwies dabei einerseits auf die Blockade im Suezkanal von Anfang Jahr, andererseits auf die Staus in chinesischen Häfen in den letzten Wochen. So kam es etwa im Hafen von Yantian bei Shenzhen wegen Corona-Einschränkungen zu starken Verzögerungen. Schiffe mussten lange darauf warten, be- oder entladen zu werden.

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Das Container-Schiff «Ever Given» blockierte den Suezkanal. - AFP

Und auch in den USA kam es etwa beim Güterzug-Netzwerk zu Verzögerungen, wie der Manager sagte. Aufgrund der bereits vollen Depots konnten keine weiteren Container abgeholt werden.

Mit Blick nach vorne dürfte sich an dieser Situation vorerst nicht viel ändern. «Logistikketten arbeiten auf eine sehr komplexe Art und Weise zusammen», erklärte der Kühne+Nagel-Finanzchef. Ein Problem wie ein Stau in einem chinesischen Hafen löse sich nicht innerhalb einer Woche auf und habe Rückwirkungen auf die gesamte Lieferkette.

«Belly»-Kapazität immer noch gering

Erschwerend komme hinzu, dass sich bei der Luftfracht das Problem der mangelnden «Belly»-Kapazität trotz einer wieder verstärkten Flugtätigkeit nicht gelöst habe. Rund 50 Prozent aller Fracht transportiert die Logistikbranche normalerweise nämlich in Passagierflugzeugen mittels sogenannter «Belly Freight» in deren Laderaum.

Doch fehlen nach wie vor viele wichtige Flugverbindungen. «Es hilft uns als Logistikkonzern nur wenig, wenn wieder mehr Ferienflieger nach Mallorca abheben», erklärte Blanka-Graff. Entsprechend müsse man nach wie vor eigene Maschinen chartern, die wichtige Handelsdestinationen anfliegen.

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