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    Von der Leyen wird Vetternwirtschaft vorgeworfen

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    Belgien,

    Gibt es in der EU-Kommission von Ursula von der Leyen Vetternwirtschaft? Im EU-Parlament hegt man diesen Verdacht und hat einen brisanten Antrag durchgebracht.

    Hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gezielt einen Parteifreund  mit einem Amt versehen?
    Hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gezielt einen Parteifreund mit einem Amt versehen? (Archivbild) - Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

    Das Europaparlament hat die EU-Kommission von Ursula von der Leyen dazu aufgefordert, die Ernennung des deutschen CDU-Politikers Markus Pieper zum Beauftragten der EU-Kommission für kleine und mittelgrosse Unternehmen rückgängig zu machen. Ein von Grünen, Sozialdemokraten und Liberalen verfasster Antrag dazu wurde im Plenum mit 382 Stimmen angenommen. 144 Abgeordnete votierten dagegen, 80 enthielten sich.

    Als Grund für ihren Vorstoss hatten die Abgeordneten Zweifel daran genannt, ob bei der Ernennung Piepers «die Grundsätze der Leistung, der Ausgewogenheit der Geschlechter und der geografischen Ausgewogenheit» berücksichtigt wurden. Indirekt wurde der Kommissionspräsidentin vorgeworfen, mit Pieper gezielt einen Parteifreund ausgewählt zu haben. Mit dem Antrag wird die Kommission nun aufgefordert, «ein wirklich transparentes und offenes Verfahren» für die Auswahl des Beauftragten einzuleiten.

    Sprecher sieht keine Fehlentscheidung

    Hintergrund der Vorwürfe ist unter anderem, dass in der Anfangsphase des Bewerbungsverfahrens zwei Bewerberinnen besser bewertet worden waren als der 60 Jahre alte Pieper. Der aus dem Münsterland stammende CDU-Politiker setzte sich demnach erst in den Auswahlgesprächen durch. Ein Sprecher von der Leyens machte kurz nach der Entscheidung deutlich, dass es keine Pläne gebe, die Personalentscheidung rückgängig zu machen.

    Er betonte, dass bei dem Auswahlverfahren alle Regeln eingehalten worden seien. Und auch, dass jede EU-Institution autonom über die Besetzung von Stellen entscheiden könne. Nach Angaben der Kommission soll Pieper den mit einem fünfstelligen Monatsgehalt dotierten Posten in der kommenden Woche wie geplant antreten.

    Piepers jahrelange Erfahrung in der Mittelstandspolitik

    Mitarbeiter von der Leyens hatten bereits in den vergangenen Wochen wiederholt darauf verwiesen, dass es in Bewerbungsprozessen vollkommen normal sei, dass sich Kandidaten am Ende nicht durchsetzten, die in den ersten Runden in Test noch besonders gut abgeschnitten hätten. Zudem wurde unter anderem auf die jahrelange Erfahrung Piepers in der Mittelstandspolitik verwiesen. Den Antragstellern wird eine politische Kampagne vor der Europawahl im Juni vorgeworfen.

    Dafür spreche, dass EU-Kommissare aus Reihen der nun kritischen Parteifamilien Einspruchsmöglichkeiten im behördeninternen Verfahren nicht wahrgenommen hätten, heisst es. Der erste KMU-Beauftragte der Kommission war im Jahr 2001 ernannt worden. Er soll als Schnittstelle zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fungieren und deren Interessen in Gesetzgebungsverfahren Gehör verschaffen.

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