Visa-Skandal: Migranten schmieren deutsche Sprach-Prüfer

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Libanon,

    Hunderte Libanesen haben aufgrund eines gefälschten Sprachzertifikats ein Visum für Deutschland erhalten. Die Betrüger beim Sprachinstitut wurden gefeuert.

    Beirut
    Hunderte Libanesen haben mithilfe eines gefälschten Sprachzertifikate ein Visum für Deutschland erhalten. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mitarbeiter eines Sprachinstituts haben gefälschte Zertifikate für Visumsanträge verkauft.
    • So erhielten Hunderte Libanese ein Visum für Deutschland, ohne Deutsch zu sprechen.
    • Was mit den Personen geschieht, die bereits in Deutschland sind, ist unklar.

    Wer im Rahmen des Familiennachzugs ein Visum für Deutschland möchte, muss verschiedene Anforderungen erfüllen. Dazu zählen auch minimale Sprachkenntnisse, die nachgewiesen werden müssen. In Beirut konnten sich Antragssteller das nötige Zertifikat aber erkaufen – bis der Betrug aufflog. Darüber berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», das Aussenamt hat den Fall bestätigt.

    Libanesen, die das begehrte Visum möchten, müssen am Goethe-Institut in Beirut einen Test absolvieren und erhalten dann den Sprachnachweis. In 449 Fällen wurde dieser abgegeben, obwohl der Test nicht bestanden wurde. Mitarbeiter des Instituts haben die Punktzahl nachträglich verbessert und die gefälschten Zertifikate verkauft.

    Beirut
    Im Libanon ist ein Betrug von Mitarbeitenden des Goethe-Instituts aufgefallen. Das Aussenministerium von Annalena Baerbock (hier mit dem libanesischen Aussenminister Abdallah Bouhabib) bestätigte den Fall. - keystone

    Der Betrug flog in der deutschen Botschaft auf: Ein Mitarbeiter bemerkte das schlechte Deutsch eines Antragstellers. Es war zu schlecht, als dass er den Test hätte bestehen können.

    Die Botschaft fragte beim Goethe-Institut nach, und dort fielen Unstimmigkeiten auf. Man gehe von «zwei Mitarbeitenden mit krimineller Energie» aus, sagt eine Sprecherin. So hätten die Sicherheitsschranken umgehen werden können.

    Rund 200 Visa entzogen

    Der Betrug hat Folgen: Die beiden Mitarbeitenden wurden entlassen, es wird gegen sie ermittelt. Zudem wurden rund 200 Libanesen, die noch nicht nach Deutschland gereist sind, die Visa entzogen. Zudem wurde ihnen ein Einreiseverbot erteilt.

    Unklar ist, was mit den Menschen geschieht, die aufgrund des fälschlich ausgestellten Visums bereits in Deutschland leben. Möglicherweise müssen sie den Sprachtest nachholen. Eine andere Option ist, dass ihnen die Aufenthaltsbewilligung entzogen wird und sie ausreisen müssen.

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    Kommentare

    User #3191 (nicht angemeldet)

    Wenn sie kein Visa erhalten, dann halt Mastercard beantragen.

    User #1468 (nicht angemeldet)

    Ein eigener Industriezweig auf Kosten der Steuerzahler.

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