EU

    Ungarn muss vorerst keine Mittelkürzungen durch EU fürchten

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Das Gesetz der ungarischen Regierung hatte in vielen anderen EU-Ländern Empörung ausgelöst, auch in Deutschland. Finanzielle Sanktionen durch die EU drohen dem Land deswegen aber wohl erstmal nicht.

    Vera Jourova
    Vera Jourova, Vizepräsidentin der EU-Kommission, spricht bei einer Pressekonferenz. - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ungarn muss wegen seines umstrittenen Gesetzes zur Einschränkung von Informationen über Homosexualität und Transsexualität vorerst keine Kürzung von EU-Mitteln befürchten.

    Die EU-Kommission machte am Mittwoch deutlich, dass die neue Regelung zur Ahndung von Verstössen gegen die Rechtsstaatlichkeit aus ihrer Sicht in dem Fall nicht genutzt werden kann. Diese sieht vor, dass EU-Ländern Mittel aus dem Gemeinschaftshaushalt gekürzt werden können - allerdings nur dann, wenn wegen Rechtsstaatsverstössen ein Missbrauch der Gelder droht.

    Letzteres droht nach Einschätzung der Kommission offensichtlich nicht. «Meine Antwort ist Nein», sagte Kommissionsvize Vera Jourova auf die Frage, ob gegen Ungarn wegen des umstrittenen Gesetzes der sogenannte Konditionalitätsmechanismus genutzt werden kann.

    Das ungarische Gesetz verbietet Publikationen, die Kindern zugänglich sind und nicht-heterosexuelle Beziehungen darstellen. Auch wird Werbung verboten, in der Homosexuelle oder Transsexuelle als Teil einer Normalität erscheinen. Viele EU-Staaten und auch die Kommission sehen es deswegen als diskriminierend an. Jourova machte deutlich, dass Ungarn wegen des Gesetzes eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof droht. Zudem wies sie darauf hin, dass dem Land wegen anderer Rechtsstaatsverstösse durchaus Mittelkürzungen drohen könnten.

    Ungarn weist die Vorwürfe gegen das Gesetz zurück. Aus Sicht der Regierung sorgt es nur dafür, dass Eltern allein darüber entscheiden können, wie sie die sexuelle Erziehung ihrer Kinder gestalten wollen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    SRF
    23 Interaktionen
    Satire-Video
    KI
    62 Interaktionen
    Wegen KI

    MEHR IN NEWS

    Mörschwil SG
    Mörschwil SG
    Mörschwil SG

    MEHR EU

    elektroautos
    36 Interaktionen
    Automarkt
    António Costa
    9 Interaktionen
    New York
    EU Sanktionsliste
    6 Interaktionen
    Russischer Oligarch
    7 Interaktionen
    Brüssel

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    14 Interaktionen
    Flensburg
    Rhein
    13 Interaktionen
    Köln/Kaub
    Tanken
    20 Interaktionen
    Berlin
    Reinhard Mey
    16 Interaktionen
    13 Lieder