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    Unesco warnt vor drastischem Rückschritt bei Bildung in Afghanistan

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    Frankreich,

    Die Unesco warnt nach der Taliban-Machtübernahme vor einem drastischen Bildungs-Rückschritt. Sie befürchtet starke Einschränkungen insbesondere für Frauen.

    Afghanistan
    Ein afghanisches Mädchen. - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach rund 20 Jahren haben die Taliban die Macht in Afghanistan erneut an sich gerissen.
    • Für die Bildung von Mädchen und Frauen dürfte das verheerende Auswirkungen haben.

    Angesichts der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat die UNO vor einem enormen Rückschritt bei der Schulbildung insbesondere von Mädchen gewarnt.

    «Die Zahl der Binnenflüchtlinge wird voraussichtlich steigen, was das Risiko von Lernverlusten bei Kindern» erhöhe, erklärte die UN-Bildungsorganisation Unesco am Freitag. Sie warnte, dass die Entwicklung des Landes in den kommenden Jahren dadurch negativ beeinflusst werde und sprach von einer «Generationenkatastrophe».

    Die Taliban hatten kurz nach ihrer Machtübernahme bereits strenge Regeln für Frauen an privaten Hochschulen erlassen. In einem langen Regelwerk der für höhere Bildung zuständigen Behörde wird Frauen ein Besuch privater Universitäten nur mit Gesichtsverhüllung, dem Nikab, sowie getrennt von Männern gestattet. Ist eine räumliche Trennung nicht möglich, müssen Männer und Frauen demnach durch einen Vorhang getrennt werden.

    Frauen werden wohl nicht mehr von Männern unterrichtet

    Beobachter rechnen mit weiteren strikten Vorschriften, etwa der Regel, dass Frauen nicht von Männern unterrichtet werden dürfen. Das dürfte in dem Land ein grosses Problem darstellen, da es kaum weibliche Lehrerinnen gibt.

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    Afghanische Frauen demonstrieren in der Hauptstadt Kabul für ihre Rechte. - Keystone

    «Dies bedeutet einen schweren Rückschlag für die Beteiligung von Frauen an der Hochschulbildung und die Bildung von Mädchen im Allgemeinen und wird sich negativ auf ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Bürgerrechte auswirken», erklärte die Organisation weiter.

    Die Unesco forderte, insbesondere in den ländlichen Gebieten mehr Lehrerinnen einzustellen. Als Hürde sieht die Organisation auch den Rückgang an internationalen Hilfsgeldern für das Land. Diese machten den Angaben zufolge bislang die Hälfte der afghanischen Bildungsausgaben aus.

    Bildung verbesserte sich nach Taliban-Sturz deutlich

    Seit dem Sturz der früheren Taliban-Machthaber im Jahr 2001 war die Zahl der Mädchen mit Grundschulbildung laut Unesco von «beinahe Null» auf 2,5 Millionen im Jahr 2018 gestiegen. Derzeit seien vier von zehn Kindern in Grundschulklassen weiblich. Die Alphabetisierung von Frauen verdoppelte sich der Organisation zufolge auf fast 30 Prozent.

    Insgesamt sind laut Unesco derzeit rund zehn Millionen Kinder und Jugendliche bei einer Schule eingeschrieben, im Jahr 2001 war es gerade einmal eine Million. Doch auch in den Jahren zwischen den Taliban-Herrschaften habe es «kolossale» Probleme gegeben: «Die Hälfte der Kinder im Grundschulalter sind nicht eingeschult und 93 Prozent der Kinder im fortgeschrittenen Grundschulalter können nicht lesen», hiess es in dem Unesco-Bericht.

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